Richtiges Verhalten in Spielstraßen

Verkehrszeichen 325.1 Verkehrszeichen 325.2

Diese beiden Schilder kennt wohl jeder Autofahrer, doch nicht alle wissen, wie sie sich in einer Spielstraße, wie die verkehrsberuhigte Zone umgangssprachlich heißt, zu verhalten haben. Selbst langjährige Autofahrer machen hier Fehler, weshalb wir Ihrem Gedächtnis ein wenig auf die Sprünge helfen wollen.

In verkehrsberuhigten Zonen haben spielende Kinder und alle Fußgänger Vorrang, wie schon das blaue Schild zeigt. Alle anderen Verkehrsteilnehmer, also Autos, Motorräder, aber auch Fahrräder, müssen Rücksicht nehmen. Laut Straßenverkehrsordnung dient die Spielstraße dazu, das Unfallrisiko zu reduzieren. Deshalb muss die Fahrgeschwindigkeit auf Schritttempo gedrosselt werden. Das entspricht etwa vier bis sieben Stundenkilometer. Wer also meint, im zweiten Gang durch eine Spielstraße fahren zu können, irrt gewaltig: Ein normaler Tacho zeigt dieses Tempo gar nicht an! Deshalb gilt als Faustregel: Lassen Sie Ihr Auto im ersten Gang ohne Gas einfach rollen, denn sobald sich die Tachonadel bewegt, sind Sie schon zu schnell. Eine Spielstraße ist nicht mit einer Tempo-30-Zone zu verwechseln – ein Verstoß kann 75 Euro kosten und einen Punkt im Flensburger Zentralregister einbringen.

Auch wenn Fußgänger in Spielstraßen Vorrang haben, sollten sie dies nicht verkehrsbehindernd ausnutzen, sondern im Sinne gegenseitiger Rücksichtnahme Platz für durchfahrende Autos machen. Ein Ort für ein Picknick mitten auf der Straße ist auch eine verkehrsberuhigte Zone nicht!

Wie sieht es mit Parken aus? Dies ist in einer Spielstraße nur auf gekennzeichneten Flächen erlaubt. Zum Ein- und Ausladen dürfen Sie allerdings halten. Die übliche Vorfahrtsregelung rechts-vor-links gilt hier ebenfalls nicht – wie beim Ausfahren aus einem privaten Grundstück sind Sie als Autofahrer gegenüber allen anderen Verkehrsteilnehmern wartepflichtig. Wichtig zu wissen: Diese abweichende Vorfahrtsregelung endet nicht unmittelbar am Verkehrsschild, das das Ende der Spielstraße anzeigt, sondern erst bei der nächsten Einmündung oder Kreuzung in andere Straßen.

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