Eine Rettungsgasse bilden

Im Notfall kommt es auf jede Minute an. Feuerwehr und Rettungskräfte beklagen jedoch, dass sie bei Einsätzen häufig nicht schnell genug am Unfallort eintreffen, weil sie durch andere Verkehrsteilnehmer behindert werden. Wie man korrekt eine Rettungsgasse bildet, ist vielen Autofahrern in Deutschland unbekannt. Bei stockendem Verkehr auf Autobahnen und Landstraßen gilt folgende Regelung, wenn sich Polizei, Krankenwagen oder Feuerwehr mit Blaulicht nähern:

  • Auf Straßen mit einem Fahrstreifen je Richtung fahren Sie zum rechten Fahrbahnrand. An Ampeln fahren Sie rechts heran und halten auch bei Grün an. Vor einer roten Ampel dürfen Sie die Haltelinie überfahren, wenn es notwendig ist, um nach rechts ausweichen zu können.
  • Auf zweispurigen Straßen ist die Rettungsgasse in der Mitte zu bilden. Autos auf dem linken Fahrstreifen weichen nach links aus, Autos auf dem rechten Fahrstreifen halten sich entsprechend rechts.
  • Bei mehrspurigen Autobahnen muss die Spur direkt neben dem linken Fahrstreifen für Rettungsfahrzeuge geräumt werden. Hintergrund ist folgender: Der Standstreifen eignet sich nach ADAC-Informationen nicht als Zufahrt zu den Einsatzstellen, da dieser oft nicht durchgehend ausgebaut oder von liegengebliebenen Fahrzeugen blockiert ist.
  • Schon wenn Sie Blaulicht und Sirene sehen und hören, sollten Sie die Geschwindigkeit drosseln und rechts bzw. links heranfahren, denn wenn ein Stau entsteht, haben Sie nicht mehr die Möglichkeit, eine Rettungsgasse zu bilden. Diese muss so lange bestehen bleiben, bis der Verkehr wieder rollt.
  • Sind Sie gezwungen anzuhalten, richten Sie Ihr Auto möglichst parallel zur Fahrbahn aus, damit das Heck nicht in die Rettungsgasse hineinragt.
  • Autofahrer, die nicht rechts oder links heranfahren, um Krankenwagen, Polizei oder Feuerwehr Platz zu machen, müssen mit einem Bußgeld von mindestens 20 Euro rechnen. Lächerlich wenig im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn. In Österreich drohen mehrere Tausend Euro Strafe bei Behinderung der Einsatzkräfte. Die Einführung der Rettungsgasse am 1. Januar 2012 wurde hier von einer groß angelegten Werbekampagne begleitet, dank derer die Bildung der Rettungsgasse sehr gut funktioniert.

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