Welches Licht und welches Tempo bei Nebel?

Es regnet und regnet und regnet. Auch wenn uns der Kalender noch Sommer vorgaukelt, ist dieser bereits im August endgültig ins Wasser gefallen. Und so kommen einem bei schlechter Sicht in der Morgendämmerung jetzt schon Autos mit eingeschalteter Nebelschlussleuchte entgegen, auf die man sonst erst in Herbst und Winter trifft. Unabhängig von der Jahreszeit stellt sich die Frage nach dem richtigen Gebrauch von Nebelschlussleuchte und Nebelscheinwerfer? Wissen Sie, wann Sie welche dieser beiden Lichteinrichtungen einsetzen dürfen? Kennen Sie den Unterschied zwischen Nebelschlussleuchte und Nebelscheinwerfer? Wissen Sie, wo man sie einschaltet? Für die meisten Autofahrer sind das böhmische Dörfer. Deshalb helfen wir Ihnen auf die Sprünge.

Nebelschlussleuchte

Nebelschlussleuchten dürfen ausschließlich bei Nebel und einer Sichtweite unter 50 Meter eingeschaltet werden. Da sie bis zu 30-mal heller leuchten als andere Rücklichter, können sie andere Verkehrsteilnehmer bei besseren Sichtverhältnissen extrem blenden. Bei eingeschalteter Nebelschlussleuchte gilt ein Tempolimit von 50 km/h.

Nebelscheinwerfer

Nebelscheinwerfer dürfen nach den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung zwar auch erst bei einer Sichtweite unter 50 Meter eingeschaltet werden, jedoch bezieht sich die erhebliche Sichtbehinderung auch auf starken Regen- und Schneefall.

Achtung: Die Nebelschlussleuchte wird häufig versehentlich aktiviert. Viele Autos haben einen gemeinsamen, zweistufigen Schalter für Nebelschlussleuchte und Nebelscheinwerfer. Bei Stufe 1 werden die Nebelscheinwerfer eingeschaltet, bei Stufe 2 die Nebelschlussleuchte. Also: Nur ganz "aufdrehen", wenn wirklich dichter Nebel herrscht.

nebel

Verhalten bei Nebel

Ist der Nebel so dicht, dass Sie keine 50 Meter weit sehen können, sollten Sie langsamer als 50 km/h fahren. Als Faustregel gilt: Die Sichtweite in Metern sollte der Geschwindigkeit in km/h entsprechen.

Bußgelder

Bei falschem Gebrauch von Nebelschlussleuchte und Nebelscheinwerfern drohen Bußgelder.

Informationen der Polizei Düsseldorf

Wer die Geschwindigkeit trotz angekündigter Gefahrenstelle, bei Unübersichtlichkeit, an Straßenkreuzungen, Straßeneinmündungen, Bahnübergängen oder schlechten Sicht- oder Wetterverhältnissen (z. B. Nebel, Glatteis) nicht anpasst, kassiert:
100 Euro + 1 Punkt

Wer mit einem Kraftfahrzeug mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 t überholt, obwohl die Sichtweite durch Nebel, Schneefall oder Regen weniger als 50 Meter betragen, kassiert:
120 Euro + 1 Punkt (ohne Gefährdung)
200 Euro + 2 Punkte (mit Gefährdung) + 1 Monat Fahrverbot
240 Euro + 2 Punkte (mit Sachbeschädigung/Verkehrsunfall)

Wer bei erheblicher Sichtbehinderung durch Nebel, Schneefall oder Regen am Tage nicht mit Abblendlicht fährt, kassiert innerhalb geschlossener Ortschaften:
25 Euro
35 Euro (mit Sachbeschädigung/ Verkehrsunfall)

außerhalb geschlossener Ortschaften:
60 Euro + 1 Punkt

Wer vorgeschriebene Beleuchtungseinrichtungen nicht oder nicht vorschriftsmäßig benutzt, obwohl die Sichtverhältnisse es erfordern, oder nicht rechtzeitig abblendet oder Beleuchtungseinrichtungen in verdecktem oder beschmutztem Zustand benutzt, kassiert:
20 Euro
25 Euro (mit Gefährdung)
35 Euro (mit Sachbeschädigung/ Verkehrsunfall)

Wer als Führer eines kennzeichnungspflichtigen Kraftfahrzeugs mit gefährlichen Gütern bei Sichtweite unter 50 Meter durch Nebel, Schneefall oder Regen oder bei Schneeglätte oder Glatteis sich nicht so verhält, dass die Gefährdung eines anderen ausgeschlossen ist bzw. nicht den nächsten geeigneten Platz zum Parken aufgesucht, kassiert:
140 Euro + 1 Punkt
205 Euro + 1 Punkt (mit Verkehrsunfall)