Altersabhängige Makuladegeneration

amdVerlust der zentralen Sehschärfe verhindern

Die altersabhängige Makuladegeneration ist eine chronisch Augenerkrankung, die meist jenseits des 60. Lebensjahres auftritt. Veränderungen in der Netzhautmitte, die zum Verlust der zentralen Sehschärfe führen, beeinträchtigen Alltag und Lebensqualität der Betroffenen.

Mechanismus des Sehens

Dass wir Gegenstände, Formen und Farben sehen, liegt an der unterschiedlichen Reflexion von Lichtwellen, die die Sinneszellen im Auge anregen. Das Licht fällt durch die Pupille und Linse auf die lichtempfindliche Netzhaut. Die Netzhaut ist nur 0,4 Millimeter dick, enthält aber Millionen von Sinneszellen, deren Sehpigmente photosensibel sind. Das bedeutet, bei Lichteinfall zersetzen sie sich und lösen eine Erregung der Sinneszellen aus. Diese Signale werden von Schaltzellen zusammengefasst und gebündelt vom Sehnerv zum Gehirn gesendet und dort ausgewertet.

Im Zentrum der Netzhaut, dort, wo alles abgebildet wird, was wir direkt fixieren, liegt die Stelle des schärfsten Sehens. Dieser Bezirk wird als Gelber Fleck oder Macula lutea bezeichnet.

Immer wenn wir einen Gegenstand fixieren, kommt es genau im Zentrum der Netzhaut zu einer Abbildung. In diesem etwa zwei Millimeter großen Bereich befinden sich die empfindlichsten Sinneszellen des Auges, die eine scharfe Bildwahrnehmung ermöglichen und die wegen ihrer kurzen, dicken Form als Zäpfchen bezeichnet werden. Dicht an dicht liegen etwa sechs bis sieben Millionen dieser Zäpfchen in der Netzhautmitte, der sogenannten Makula. Sie ist die Stelle des schärfsten Sehens und für die wichtigen Sehleistungen wie Lesen und das Erkennen von Einzelheiten verantwortlich.

Ab einem bestimmten Alter lässt bei fast allen Menschen die Sehkraft allmählich nach. Das ist normal und kann heute dank Sehhilfen leicht korrigiert werden. Wenn jedoch Bilder in der Mitte des Gesichtsfeldes plötzlich verschwimmen, das Lesen von Texten immer problematischer wird, weil mitten im Schriftbild ein verschwommener Fleck auftaucht, der immer größer wird, oder wenn gerade Linien gekrümmt erscheinen, so ist dies ein Alarmzeichen für eine ernsthafte Erkrankung, die altersbedingte Makuladegeneration, kurz: AMD. Die AMD bezeichnet das langsame Absterben der Sinneszellen in der Makula und ist die häufigste Ursache für den Verlust der zentralen Sehschärfe.

Warum es zu diesen Veränderungen der Makula kommt, lässt sich noch nicht genau erklären. Neben genetischen Faktoren spielen Umwelteinflüsse und Rauchen eine Rolle, Hauptfaktor ist jedoch das Alter. In der Makula herrscht ein reger Stoffwechsel. Mit dem Alter kann der Abtransport von Stoffwechselprodukten gestört sein, so dass sich diese unter der Netzhaut ablagern.

amslergitterSymptome der AMD

Bei der altersbedingten Makuladegeneration nimmt die zentrale Sehschärfe ab. Das bedeutet, der Patient sieht alles, was sich im Zentrum des Gesichtsfeldes befindet, stark verschwommen. Umrisse, Kontraste und Bewegungen kann er nach wie vor wahrnehmen. Er sieht den Gesprächspartner, u. U. aber nicht seine Gesichtszüge. Die Einbußen im Sehvermögen werden vor allem auch beim Lesen deutlich. Mitten im Schriftbild wird ein verschwommener Fleck sichtbar. Anfangs fehlen nur wenige Buchstaben, doch mit der Zeit wird der Fleck immer größer.

Außerdem erscheinen Gitternetze verzerrt, verzogen oder gewölbt. Der Amsler-Test kann ein Hinweis auf eine AMD sein. Betroffene sehen die Linien um den Punkt verzerrt, verschwommen oder gewellt.

Krankheitsverlauf

Die AMD tritt in zwei Verlaufsformen auf, der "trockenen" und der "feuchten" Variante. Die trockene Form ist die weitaus häufigere. Dabei bilden sich kleine gelbliche Ablagerungen unter der Makula, die als Drusen bezeichnet werden. Die Sehzellen sterben schrittweise ab. Im Anfangsstadium bleiben diese Veränderungen auf den äußeren Rand der Makula beschränkt und das Sehen ist noch nicht allzu stark beeinträchtigt. Es kommt erst ganz allmählich zu einer Verschlechterung. Zudem besteht die Gefahr, dass die trockene AMD in die aggressivere feuchte Form übergeht. Jetzt entsteht unter der Netzhautmitte ein Geflecht von Blutgefäßen, durch das Flüssigkeit austreten, sich unter der Makula sammeln und zur Schwellung und Abhebung der Netzhaut führen kann. Innerhalb kurzer Zeit kann die Sehleistung massiv abnehmen – es kann sogar zur Erblindung kommen.

Die Makuladegeneration ist nicht schmerzhaft. Deshalb schenken viele Betroffene den anfänglichen Sehschwierigkeiten nicht die notwendige Beachtung. Dabei ist es wichtig, die Erkrankung frühestmöglich zu diagnostizieren und zu behandeln. Denn eine Schädigung der Netzhaut lässt sich nicht wieder rückgängig machen. Es gibt jedoch therapeutische Möglichkeiten, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen oder sogar zu stoppen.

Eine Aufklärung über die AMD sowie Unterstützung der Betroffenen tut dringend not.

Verbesserung der Versorgung von Patienten mit AMD in NRW

amdDas AMD-Netz NRW bietet Hilfe und umfangreiche Informationen rund um die AMD (altersabhängige Makuladegeneration) und möchte Patienten, Ärzte und soziale Berater vernetzen. Gegründet wurde das Netzwerk, in dem sich Ärzte, soziale Berater, Rehalehrer und andere Experten zusammengeschlossen haben, von dem Wirtschaftsprofessor Heribert Meffert, selbst an AMD erkrankt. "Wir wollen die Patienten, die nach der Diagnose oftmals in ein Loch fallen, auffangen, indem wir sie und Angehörige informieren und die Lücke zwischen medizinischen und sozialen Versorgern schließen", so Meffert.

Die Adressen von Ärzten und Versorgern sind zwar regional auf NRW begrenzt; die Informationen zur Krankheit nutzen jedoch allen Betroffenen und Angehörigen.

Das leistet das AMD-Netz NRW:

  • Informationen über die AMD
  • Informationen über Alltagshilfen und neue Therapien
  • Adressen von Ärzten und sozialen Beratern (NRW)
  • Kontaktmöglichkeiten zu anderen Patienten
  • Tipps für Patienten und Angehörige

Weitere Informationen unter: www.amd-netz.de