Mehr Sicherheit für ältere Fußgänger

Unfälle vermeiden durch mentales Training

Bonn 31.07.2017 Zu kurze Ampelphasen, zu hohe Bordsteinkanten, zu viel Verkehr – was schon junge Menschen stresst, führt bei älteren Menschen zu Unsicherheit und teilweise fatalem Fehlverhalten. Die Folge: Laut Unfallstatistik ist fast die Hälfte der tödlich verunglückten Fußgänger auf deutschen Straßen älter als 65 Jahre. Die Deutsche Seniorenliga (DSL) und die Unfallforschung der Versicherer (UDV) empfehlen in ihrem neuen Ratgeber „Ältere Fußgänger – Tipps für mehr Sicherheit“ unter anderem regelmäßiges mentales Training, um die im Straßenverkehr notwendige Konzentration und Aufmerksamkeit aufweisen zu können.

Mit über 80 Prozent die mit Abstand häufigste Unfallursache bei älteren Fußgängern ist laut Statistischem Bundesamt „falsches Verhalten beim Überschreiten der Fahrbahn“. Altersbedingte Veränderungen wie das Nachlassen des Hör- und Sehvermögens sowie eine eingeschränkte Mobilität müssen durch gesteigerte Aufmerksamkeit ausgeglichen werden. Denn zum einen müssen sich nähernde Fahrzeuge konzentriert beobachtet sowie deren Geschwindigkeit und Entfernung richtig eingeschätzt werden. Zum anderen muss vor dem Überqueren der Straße nach links und rechts geschaut werden. Die dabei gesammelten Informationen müssen rasch verarbeitet werden, bevor die Entscheidung zum Überqueren getroffen wird.

Sind diese Denkprozesse verlangsamt oder eingeschränkt, entstehen Fehler und Verzögerungen, die zwangsläufig das Unfallrisiko erhöhen. Gut zu wissen: Die sogenannten mentalen Funktionen lassen sich gut trainieren. Regelmäßiges mentales Training, so das Ergebnis einer vom UDV in Auftrag gegebenen Studie, verbessert bestimmte Hirnfunktionen, so dass beispielsweise Gefahren im Straßenverkehr schneller erkannt werden. Eine ausgezeichnete Denksportübung, die sich in allen Schwierigkeitsgraden in unzähligen Zeitschriften und auch in speziellen Rätselheften findet, ist Sudoku. Es trainiert gleichzeitig die Aufmerksamkeit, die Logik und das strategische Denken. Aber auch die tägliche Lektüre der Tageszeitung trainiert Gehirn und Geist und macht fit für den Straßenverkehr. In der Praxis sollten grundsätzlich die vorhandenen Gehwege und beim Überqueren der Fahrbahn - wenn möglich - gesicherte Übergänge wie Ampeln oder Zebrastreifen genutzt werden. Ansonsten gilt: Zügig und auf dem kürzesten Weg die Straße überqueren. Diese und weitere wertvolle Tipps enthält die neue Broschüre „Ältere Fußgänger – Tipps für mehr Sicherheit“. Sie zeigt auf, wie sich ältere Fußgängerinnen und Fußgänger am besten verhalten, um sich sicher im Straßenverkehr bewegen zu können. Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga, Heilsbachstraße. 32, 53123 Bonn. www.deutsche-seniorenliga.de www.udv.de; Übungen: www.udv.de/denksport