Oft fehlt das Geld für altersgerechten Umbau

Immobilieneigentum im Alter

Bonn, 12.06.2017 Je älter wir werden, desto mehr gewinnt die Wohnung als Lebensmittelpunkt an Bedeutung. Neben Ruhe und Entspannung dient uns der private Raum gerade im Alter als sozialer und kommunikativer Treffpunkt. Daher wundert es nicht, dass die meisten Menschen in ihrer vertrauten Wohnung und Umgebung bleiben wollen. Viele Wohnungen entsprechen aber nicht den veränderten Ansprüchen und Anforderungen verschiedener Lebensphasen. Deshalb sollte man frühzeitig dafür Sorge tragen, die Wohnung auch für künftige Lebensabschnitte barrierefrei, komfortabel und lebenswert zu gestalten. Hier liegt allerdings das Problem: Die meisten Senioren haben zeitlebens die Immobilie abbezahlt und das gesamte Geld in die Tilgung gesteckt. Im Alter fehlen dann die finanziellen Mittel, um das Haus oder die Wohnung zu modernisieren. Ein kostenloser Ratgeber der Seniorenliga zeigt auf, wie man mit der „Rente aus Stein“ den Verbleib im Immobilieneigentum und dessen Instandhaltung sichern kann.

Rentner unterschätzen zumeist die Kosten, die im Alter auf sie zukommen. Viele wohnen in älteren Häusern, bei deren Bau vor 30, 40 oder 50 Jahren an Barrierefreiheit noch nicht gedacht wurde. Zudem ist die Geldreserve für den Ruhestand oft viel zu knapp kalkuliert. Unerwartete Aufwendungen für Instandhaltung des Eigenheims, medizinische Behandlungen oder eine Pflegekraft werden nicht ausreichend berücksichtigt. Doch viele Senioren handeln erst, wenn die Not zu groß wird. Dabei gibt es Möglichkeiten, die Immobilie im Alter zu Geld zu machen – und trotzdem darin wohnen zu bleiben. „Dies kann eine Immobilien-Leibrente oder eine Umkehrhypothek sein“, so Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga.

Bei der Leibrente verkauft der Eigentümer seine Immobilie. Im Gegenzug erhält er ein kostenloses Wohnrecht und eine im Grundbuch eingetragene sogenannte Reallast, mit der die monatliche Rentenzahlung rechtlich abgesichert wird. Vorteile für den Verkäufer: Er lebt wie bisher als Besitzer kostenfrei in seiner Immobilie und bezahlt lediglich Neben- und Instandhaltungskosten. Zusätzlich bekommt er ein Leben lang Geld aus seiner Immobilie, sprich eine Zusatzrente. Um die Instandhaltung der Immobilie kümmert sich der neue Eigentümer.

Eine Umkehrhypothek ist ein Kredit, der nicht in Höhe des aktuellen Marktwertes gewährt wird, sondern in Höhe des sogenannten Beleihungswertes. Der beträgt maximal 80 Prozent des Marktwertes. Die zu verteilende Vermögensmasse ist also begrenzt. Die Hypothek wird nicht in einem Betrag ausgezahlt, sondern in Raten, bis der zugestandene Höchstbetrag unter Einbezug der gestundeten Zinsen erreicht ist. Dann ist der Kredit voll ausgezahlt und die Immobilie wird von der Bank verwertet, um die Rückzahlung zu gewährleisten. Nachteile für den Kreditnehmer: Die Ratenauszahlung ist endlich und nicht lebenslang. Lebt der Kreditnehmer noch, wenn der Höchstbetrag ausgezahlt ist, muss er sein Eigenheim trotzdem verlassen und die Immobilie wird von der Bank zwangsversteigert.

„Ob man notwendige Modernisierungsmaßnahmen finanzieren oder eine Rentenlücke schließen will: Interessenten sollten sich in jedem Fall umfassend beraten lassen“, empfiehlt Hackler. Die kostenlose Broschüre "Die Immobilien-Leibrente" geht auf die individuellen Situationen älterer Immobilieneigentümer ein und erklärt leicht verständlich das Prinzip der Immobilien-Leibrente im Vergleich zur Umkehrhypothek sowie weiterer Modelle der Immobilienverrentung. Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga e.V., Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. www.deutsche-seniorenliga.de