Harnsteine: Nachsorge ist Vorsorge

Bonn, 29.03.17 Harnsteine machen sich oftmals erst bemerkbar, wenn sie auf natürlichem Wege ausgeschieden werden. Je nach Lage und Größe können sie aber auch Schmerzen bis hin zu heftigen Koliken auslösen. In Deutschland werden jedes Jahr etwa 1,2 Millionen Menschen wegen eines Harnsteinleidens behandelt. Um das Risiko für eine Neubildung zu senken, kommt es auf eine gewissenhafte Nachsorge an.

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden an Harnsteinen, dreimal mehr als noch vor zehn Jahren. Ein Grund für diese Zunahme ist das gehäufte Auftreten des metabolischen Syndroms – einer Kombination von Bluthochdruck, Diabetes, hohem Cholesterin- und Harnsäurespiegel.

Abwarten, Auflösen, Zertrümmern

Wenn ein Harnstein nicht von selbst mit dem Urin ausgeschieden wird, muss er entfernt werden. Welches Verfahren dabei zum Einsatz kommt, hängt von der chemischen Zusammensetzung des Steins ab. Harnsäuresteine können mit Medikamenten chemisch aufgelöst werden. Harnsteine aus Kalziumoxalat können mit Schallwellen zertrümmert und anschließend auf natürlichem Wege ausgeschieden werden. Eine andere Möglichkeit ist es, die Steine minimal-invasiv zu entfernen, nachdem sie gegebenenfalls mittels Laser oder Ultraschall zerkleinert wurden.

Neubildung vorbeugen

In allen Fällen ist es wichtig, einer Neubildung vorzubeugen. Dazu gehört es, auf mehr Bewegung zu achten, ausreichend zu trinken, Übergewicht abzubauen und die Ernährung umzustellen. Patienten mit Kalziumoxalatsteinen sollten maßvoll mit Eiweiß und Salz umgehen sowie weniger oxalatreiche Lebensmittel essen, wie zum Beispiel Rhabarber, Spinat, Kohl, Möhren und Schokolade. Wer zu Harnsäuresteinen neigt, beschränkt idealerweise seinen Fleischkonsum, hält sich mit Alkohol zurück und nimmt weniger purinreiche Lebensmittel zu sich. Dazu gehören unter anderem Innereien, Meeresfrüchte und Hülsenfrüchte. Der Neubildung von Harnsäure- und Kalziumoxalatsteinen lässt sich außerdem mit Medikamenten vorbeugen, die den pH-Wert des Urins anheben. Auf diese Weise werden auch eventuelle Reste von Harnsteinen aufgelöst.

Weitere Informationen zu Harnsteinen sowie zu anderen Themen rund um die Blase enthält die Broschüre „Eine gesunde Blase“, die kostenlos bei der Deutschen Seniorenliga angefordert werden kann. Bestelladresse: DSL e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn; www.dsl-blasenschwaeche.de. Bestell-Hotline 01805 – 001 905 (0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise abweichend).