Notrufsystem kann Leben retten, zu Hause und unterwegs

Ratgeber „Selbstständig leben im Alter“

Bonn, 14.02.2017 Nach aktueller Recherche der Minijob-Zentrale* ereigneten sich 2015 in deutschen Haushalten 9.815 tödliche Unfälle – knapp dreimal so viele wie im Straßenverkehr. Laut Fachleuten ist das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung der Grund dieser Entwicklung. Senioren sind wegen nachlassender Muskel- und Sehkraft besonders von schweren Unfällen betroffen. Oftmals liegt die Ursache darin, dass die Senioren nach einem Sturz nicht rechtzeitig den Rettungsdienst informieren und ihren Aufenthaltsort mitteilen können. Aber auch unterwegs kann ein Schwindelanfall, ein Schlaganfall oder ein unglücklicher Sturz dazu führen, dass man auf schnelle Hilfe angewiesen ist. Wer alleine zu Hause lebt oder ohne Begleitung unterwegs ist, für den kann im Ernstfall ein Notrufsystem lebensrettend sein.

Das klassische Hausnotrufsystem, das nur im Haus funktioniert, ist für Menschen sinnvoll, die alleine leben und das Haus so gut wie nie ohne Begleitperson verlassen. Ausreichend ist ein kleiner Sender, der ans Festnetztelefon angeschlossen wird und bei Bedarf schnell Kontakt zur Notrufzentrale herstellt. Für Menschen hingegen, die ohne Begleitung die Wohnung verlassen möchten, ist ein mobiles Notrufsystem besser geeignet. „Viele ältere Menschen sind noch aktiv und mobil, trauen sich jedoch immer seltener allein aus dem Haus, weil sie befürchten, dass ihnen beispielsweise beim gewohnten Waldspaziergang etwas zustößt und sie unbemerkt und hilflos bleiben“, erläutert Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga: „Im Unterschied zum Festnetztelefon bietet in diesen Fällen ein Handy mit Notruffunktion auch unterwegs Sicherheit. Ob beim Einkauf, im Garten oder auf Reisen – gerade aktive Menschen können sich auf ihren mobilen Schutzengel verlassen und erhalten sich so ihre Mobilität.“

Noch einen Schritt weiter geht ein Sicherheitskonzept, das neben einem Mobiltelefon mit Notruffunktion und GPS-Ortung auch ein Notfallarmband beinhaltet. Das wasserdichte und unauffällige Armband, das Tag und Nacht am Handgelenk getragen werden kann, funktioniert in direktem Zusammenhang mit dem Handy. Das Handy übernimmt in diesem Fall die Aufgabe des fest installierten Hausnotruf-Senders – nur eben mobil. So wird beispielsweise bei einem Sturz mit Bewusstlosigkeit automatisch eine Datenverbindung zur Notrufzentrale aufgebaut. Das sorgt nicht nur zu Hause, sondern auch unterwegs für mehr Sicherheit. „Schon das Bewusstsein, dass ein Unfall nicht unbemerkt bleiben würde, vermittelt ein beruhigendes Gefühl und erweitert so den Aktionsradius der Nutzer. Wenn wirklich etwas passiert, ist Hilfe schnellstmöglich zur Stelle“, erklärt Hackler.

Eine neue Broschüre der Seniorenliga gibt einen Überblick über die Möglichkeiten technischer Notrufsysteme. Vorgestellt werden aktuelle Sicherheitskonzepte vom herkömmlichen Hausnotruf bis hin zu modernen Mobiltelefonen mit Notruffunktion und GPS-Ortung. Der Ratgeber „Selbstständig leben im Alter – Technik schafft Sicherheit“ beschreibt detailliert die verschiedenen Sicherheitskonzepte mit Vor- und Nachteilen. Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. Hotline: 01805 – 001 905 (0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise max. 0,42 Euro/Min.) www.deutsche-seniorenliga.de

* Minijob-Zentrale auf Basis von Daten der Statistischen Landesämter (www.minijob-zentrale.de)