Viele Rentner müssen nun Steuern zahlen

Stärkste Rentenerhöhung seit 23 Jahren

Bonn, 28.04.2016 Wegen der Rentenerhöhung müssen sich viele Senioren wieder mit etwas beschäftigen, das sie eigentlich schon abgehakt hatten: der Steuererklärung. Aber vielleicht rutscht man ja doch noch unter die Steuergrenze oder kann zumindest die Abgabenlast drücken - wenn bestimmte Ausgaben getätigt und Belege aufbewahrt wurden. In welchen Fällen müssen Rentner eine Steuererklärung abgeben? Welche Einkommensarten werden versteuert? Was kann man als Rentner von der Steuer absetzen? Diese Fragen beantwortet die kostenlose Seniorenliga-Broschüre „Steuern zahlen im Ruhestand“.

Steuerpflicht in jedem Fall überprüfen

Rentner in Deutschland dürfen sich freuen: Im ganzen Land steigen ab Juli die Renten. Es ist die stärkste Erhöhung seit 23 Jahren. Zwar fällt die Erhöhung je nach Region unterschiedlich aus: Während Rentner im Westen 4,25 Prozent mehr bekommen, sind es für Rentner im Osten 5,95 Prozent. Doch für alle Rentner bedeutet dies die Notwendigkeit ihre eventuelle Steuerpflicht zu überprüfen. Ob man von nun an Steuern zahlen muss, hängt von vielen persönlichen Faktoren ab - beispielsweise bestimmt das Jahr des Renteneintritts die Höhe der Einkommensteuer.* Ist das der Fall, sollte man rechtzeitig anfangen, bestimmte Belege zu sammeln, mit denen die Steuerlast in der Einkommensteuererklärung gemindert werden kann. Hierin müssen Rentner und Pensionäre zwar viele Angaben genauso machen wie alle anderen Steuerpflichtigen. Für sie gelten jedoch zusätzlich bestimmte Spezialvorschriften - und gleichzeitig haben sie einige Vorzüge: So berücksichtigt das Finanzamt unter anderem Ausgaben für die Gesundheit, etwa Fahrtkosten zum Arzt mit 30 Cent je Kilometer sowie Aufwendungen für Kuren, wenn diese vom Arzt verschrieben wurden. Steuermindernd wirken auch Behandlungskosten, die die Krankenkasse nicht übernimmt sowie die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Schließlich können auch Ausgaben für Handwerker oder Haushaltshilfen veranschlagt werden.

Übungsleiter- und Ehrenamtsfreibetrag

Zur Stärkung des Ehrenamts wurde der sogenannte Übungsleiterfreibetrag von 2.100 Euro auf 2.400 Euro und der Ehrenamtsfreibetrag von 500 Euro auf 720 Euro jährlich angehoben. Diese Freibeträge stellen Einnahmen bis zu den genannten Beträgen steuerfrei. Umfassende Informationen enthält der kostenlose Ratgeber „Steuern zahlen im Ruhestand“.

Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. www.deutsche-seniorenliga.de

* Hintergrund
Ob Rentner Steuern zahlen müssen, hängt von der Höhe und dem Zeitpunkt ab, wann sie in Rente gegangen sind: Wer im Jahr 2005 oder früher in Rente gegangen ist, muss nur 50 Prozent versteuern. Für spätere Renteneintritte steigt der steuerpflichtige Anteil um zwei Prozent jährlich. Wer also zum Beispiel 2015 in Rente ging, muss 70 Prozent seiner Rente versteuern. Damit bleiben 30 Prozent steuerfrei. Abhängig vom Jahresbetrag der Rente und dem Jahr des Rentenbeginns wird dann der steuerfreie Teil (sog. Rentenfreibetrag) der Rente ermittelt, der grundsätzlich für die gesamte Laufzeit des Rentenbezugs gilt. Die Deutsche Seniorenliga rät, sich in jedem Fall beim Finanzamt zu ‚melden‘, schlicht um Klarheit zu haben. Unter Umständen ist eine Beratung durch einen Steuerfachmann sinnvoll. Eine Steuererklärung wird immer dann verlangt, wenn die gesamten Einkünfte den Grundfreibetrag übersteigen. Er beträgt 2016 für Alleinstehende 8.652 Euro und 17.304 Euro für Ehepaare. Erst bei einem zu versteuernden Einkommen über diesem Wert wird die Einkommensteuer erhoben.