Wie Senioren erfolgreich mit der Technik mithalten

Kurze Innovationszyklen technischer Geräte

Bonn, 15.04.2016 Kaum etwas ist schnelllebiger als die Technik und das Internet. War es gestern noch neu und schnell, ist es heute schon Standard und morgen bereits veraltet. Obwohl beispielsweise die Verbreitung von Smartphones bei Menschen jenseits der 50 immer weiter zunimmt, ist es gerade für die älteren Nutzer schwer, am Ball zu bleiben. Viele fragen sich, wie man mit dem Tempo der Produktentwicklung mithalten kann, insbesondere wenn man bisher nur wenig mit Technik zu tun hatte. Die Deutsche Seniorenliga appelliert in diesem Zusammenhang an die Wirtschaft, der Zielgruppe der BestAger hinsichtlich Produktentwicklung und Beratung mehr Beachtung zu schenken.

Kurze Innovationszyklen überfordern Senioren

Einer Umfrage im Auftrag der Bitkom* zufolge steigen auch die Älteren derzeit gezielt auf internetfähige Geräte um: In der Altersklasse der 50 bis 64-Jährigen ist der Anteil der Smartphone-Besitzer allein in den vergangenen sechs Monaten um die Hälfte gestiegen – von 26 auf 39 Prozent. Diese Entwicklung wird jedoch dadurch getrübt, dass die Innovationszyklen für elektronische Geräte immer kürzer werden und in immer geringeren Abständen neue Modelle auf den Markt kommen. Einer Umfrage des Bildungsministeriums zufolge haben Mobiltelefone und Smartphones bei deutschen Verbrauchern nach durchschnittlich 1,5 bis 2 Jahren ausgedient.** „Während sich jüngere Menschen auf jede Innovation stürzen, tun sich Senioren doch deutlich schwerer mit den ständigen technischen Neuerungen“, beobachtet Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga in Bonn. „Sie wollen ein Gerät voll ausnutzen und fragen sich, warum sie ein neues Gerät kaufen sollen, wenn sie nicht einmal alle Funktionen des alten verwenden.“

Tatsächlicher Mehrwert erhöht die Bereitschaft, Technik zu nutzen

Senioren sind bei Technik oft eher zurückhaltend, glaubt Hackler: Anschaffungen werden gründlich abgewogen. „Die Materie wird von den Herstellern viel zu kompliziert vorgestellt, sodass sich Ältere oft erst gar nicht damit beschäftigen“, meint Hackler. Dabei wäre es viel wichtiger zu vermitteln, dass nicht alle Funktionen genutzt werden müssen und welchen Mehrwert ein neues Gerät tatsächlich bringt.“ Denn sobald Ältere den für sie zusätzlichen Nutzen eines Gerätes erkennen, sind sie fast euphorisch. Die Hersteller sollten also im eigenen Interesse wesentliche Produktinformationen und Vorteile deutlicher kommunizieren, so Hackler: „Ein großes Potenzial interessierter und kaufkräftiger Best-Ager liegt bisher schlichtweg brach!“ Die Deutsche Seniorenliga führt seit Jahren mit Partnern aus Industrie und Handel im Bereich Technik Umfragen, Produkttests und Schulungen durch.

* www.bitkom.de Jan Erik Göllnitz, Möglichkeiten und Grenzen eines effektiven zielgruppenspezifischen Marketings.

** Rohstoff-Expedition, BMBF 2012