Diagnose Lungenkrebs

Neuartige Therapie kann gezielter eingreifen

Bonn, 12.01.16 Jedes Jahr erhalten über 50.000 Menschen in Deutschland die Diagnose Lungenkrebs. Dank neuer Erkenntnisse in der Genforschung können Lungentumoren, die mit bestimmten genetischen Veränderungen einhergehen, nun gezielter bekämpft werden. Für die betroffenen Patienten ist die neue, so genannte personalisierte Therapie wirksamer und ermöglicht gleichzeitig eine deutlich bessere Lebensqualität.

Lungenkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen. Da zu Beginn kaum Symptome und Beschwerden spürbar sind, wird die Tumorerkrankung oft erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. Häufig haben sich zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Tochtergeschwüre gebildet und in anderen Organen angesiedelt. Das Risiko für solche Metastasen ist beim so genannten kleinzelligen Lungenkrebs besonders groß. Etwas besser sind die Aussichten beim nichtkleinzelligen Lungenkarzinom, von dem acht von zehn Lungenkrebs-Patienten betroffen sind. Im frühen Stadium der Erkrankung besteht noch die Chance, den Tumor komplett herauszuoperieren. Um Chemotherapie und Bestrahlung kommen die betroffenen Patienten auch hier nicht herum.

Bekannte Genveränderung ermöglicht gezieltes Eingreifen

Seit einiger Zeit steht für die Behandlung des nichtkleinzelligen Lungenkrebses die so genannte personalisierte Therapie zur Verfügung. Sie nutzt aus, dass es der Krebsforschung gelungen ist, einige der für den Krebs verantwortlichen Genveränderungen zu identifizieren. So konnten Medikamente entwickelt werden, die gezielt nur die veränderten – also die Tumorzellen angreifen. Gesunde Zellen werden nicht so stark beeinträchtigt, sodass die Behandlung deutlich wirksamer und schonender ist als eine herkömmliche Chemotherapie. Patienten, bei denen ein nichtkleinzelliger Lungenkrebs diagnostiziert wurde, sollten daher das genetische Profil ihres Tumors untersuchen lassen. Dazu wird eine Gewebeprobe entnommen und auf bestimmte Biomarker getestet, also Zellen, Gene, Eiweiße oder andere Moleküle, die Rückschlüsse auf Gewebeeigenschaften und Zellveränderungen ermöglichen. Bei über 40 Prozent der Patienten mit nichtkleinzelligem Lungenkrebs lassen sich solche Biomarker nachweisen. Anhand dieses genetischen Profils kann der Arzt ein personalisiertes Therapiekonzept entwerfen.

Molekularbiologische Tumortests werden noch nicht überall routinemäßig angeboten. Betroffene und Angehörige sollten den behandelnden Arzt um Rat fragen. Weiterführende Informationen können bei der Deutschen Seniorenliga e.V. unter www.deutsche-seniorenliga.de/pdf/aktiv_art3.pdf kostenfrei heruntergeladen werden. Auskünfte über die Entstehung von Krebs, die Diagnose von Lungenkrebs und Behandlungsmöglichkeiten gibt es im Internet außerdem unter den folgenden Adressen:

www.krebshilfe.de
www.krebsinformationsdienst.de
www.krebsgesellschaft.de
www.lungenaerzte-im-netz.de
www.lungenkrebs-testen.de
www.selbsthilfe-lungenkrebs.de.