Demografischer Wandel verschärft Fachkräftemangel

01.Oktober 2015 - Tag des älteren Menschen
Deutsche Seniorenliga: Ohne Ältere geht es nicht!

Bonn, 25.09.15 Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird sich der Wettbewerb um Fachkräfte in Deutschland deutlich verschärfen. Das Potenzial an Erwerbspersonen in Deutschland, also der Menschen, die arbeiten können, sinkt bis zum Jahr 2025 um 6,5 Millionen – und damit auch das Angebot an Fachkräften. Einer Studie* zufolge werden bis 2025 in Deutschland rund 2,4 Millionen Akademiker fehlen. Ob mittelständischer Betrieb oder Konzern, ob Handwerk oder Industrie – die Chefs und Personalsachbearbeiter erkennen, dass sie die sinkende Zahl an Nachwuchs- und Fachkräften kompensieren müssen. Da bietet es sich an, auf die Hilfe und Unterstützung motivierter und erfahrener Kräfte im Ruhestand zu setzen.

Potenzial von 1,2 Millionen älteren Arbeitnehmern

In Jahrzehnten hoher Arbeitslosigkeit hatte sich der gesellschaftliche Konsens gebildet, ältere Arbeitnehmer sollten „den Jungen Platz machen". „Dabei ist leider häufig aus dem Blick geraten, dass gerade ältere Mitarbeiter vielfältige Erfahrungen, Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen, die heute nicht ausreichend genutzt werden", so Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga. Dabei birgt die stärkere Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer in Deutschland laut Bundesagentur für Arbeit ein Potenzial von bis zu 1,2 Millionen zusätzlichen Fachkräften bis 2025. „Insofern könnte die längere Einbindung älterer Mitarbeiter zumindest ein wirkungsvoller Beitrag zur Problemlösung sein", argumentiert Hackler.

Ältere könnten Fachkräftemangel auffangen

Deshalb ist laut Hackler dringend ein Umdenken geboten: Unternehmen haben gar keine andere Wahl, als ihren Personalbedarf auch dadurch zu decken, dass sie ältere Mitarbeiter so lange und so intensiv wie möglich im Arbeitsleben halten: „Ältere Mitarbeiter sind aber keine Notlösung, im Gegenteil: Sie sind in den Betrieben eine wertvolle Ressource, sofern es gelingt, ihr Erfahrungswissen sinnvoll einzusetzen und ihre Motivation zur Weiterbildung zu erhalten." Die wichtigsten Maßnahmen zur Erhaltung der Arbeitskraft sind flexible Arbeitszeitmodelle, altersgerechte Arbeitsorganisation, Gesundheitsmanagement sowie Flexibilisierung von Fachkarrieren und Nachqualifizierung. „Unsere Gesellschaft muss sich des großen Potenzials älterer Menschen bewusst werden und es gezielt nutzbar machen“, so Hackler: „Einerseits, um neue Wachstumspotenziale zu erschließen und negative Folgen des demografischen Wandels zu minimieren; andererseits aber auch zur Verbesserung der Lebensqualität und zum Schutz des Selbstwerts älterer Menschen.“

* Studie der Unternehmensberatung McKinsey, 2011