Schwindel kann viele Ursachen haben

Broschüre „Wenn sich alles dreht – Schwindel im Alter“

Bonn, 21.09.2015 Etwa dreißig Prozent der Bevölkerung leiden im Laufe ihres Lebens unter Schwindelattacken. Im Alter nimmt das unangenehme Gefühl häufig zu. Je nach Ursache kann Schwindel als harmloses kurzzeitiges Ereignis auftreten oder Alarmzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein. Die genaue Abklärung und Diagnose ist wichtig, um eine erfolgreiche Behandlung durchführen zu können. Die kostenlose Broschüre „Wenn sich alles dreht – Schwindel im Alter“ informiert, welche Ursachen hinter dem Schwindel stecken und wie die Symptome behandelt werden können.

Lagerungsschwindel

Wie der Name schon sagt, tritt diese Schwindelform bei Lageveränderungen des Kopfes auf – so beim seitlichen Neigen des Kopfes oder beim nächtlichen Drehen im Bett. Typisch sind kurze, meist nur Sekunden anhaltende Drehschwindelanfälle. Den Betroffenen erscheint es, als würde sich ihre Umgebung um sie drehen. Schweißausbrüche, Übelkeit und Erbrechen kommen meist hinzu. Lagerungsschwindel entsteht durch verrutschte winzige Kristalle im Gleichgewichtsorgan. Meist vergeht er nach einigen Tagen von allein. Wenn nicht, kann er durch sogenannte Befreiungsmanöver – kontrollierte Kopfbewegungen in verschiedene Richtungen – beseitigt werden.

Anfallartiger Drehschwindel

Der plötzlich auftretende Drehschwindel wird auch Attackenschwindel genannt. Dieser hält meist nur Sekunden bis wenige Minuten an, führt aber oft zu Stürzen. Ursache für diese Schwindelform kann unter anderem die Menière-Krankheit sein, bei der es zu einem Lymphstau im Innenohr kommt. Beim Morbus Menière stellt sich zudem auch eine Schwerhörigkeit ein, die Stunden, aber auch Tage anhalten kann. Weitere Anzeichen sind Ohrgeräusche, Schweißausbrüche und Erbrechen. Andere Ursachen für Attackenschwindel können Durchblutungsstörungen im Gehirn sowie bei jungen Erwachsenen eine Migräne sein. Auf jeden Fall sollte bei Auftreten der genannten Symptome eine ärztliche Beratung und Behandlung in Anspruch genommen werden.

Anhaltender Drehschwindel

Auch diese Form beginnt mit einer heftigen Attacke und kann über Stunden oder Tage anhalten. Die Betroffenen haben das Gefühl, dass sich die Umgebung um sie herum dreht. Die Beschwerden bestehen auch in ruhiger Position. Positionsänderungen und Bewegungen verstärken die Beschwerden. Ursache ist häufig eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs, die vermutlich durch eine Virusinfektion ausgelöst wird. In der Regel jedoch klingen die Beschwerden nach ein bis zwei Wochen wieder ab.

Schwankschwindel oder psychogener Schwindel

Der Schwankschwindel ist gekennzeichnet durch plötzlich einsetzende Unsicherheiten im Stehen und beim Gehen. Charakteristisch sind starke Angstgefühle. Die häufigsten Ursachen liegen in der Psyche begründet. Deshalb wird der Schwankschwindel auch als psychogener Schwindel bezeichnet. Oftmals tritt dieser in einer Phase hoher psychischer Belastungen auf. Die Betroffenen leiden noch zusätzlich unter der Angst vor einer neuerlichen Attacke. Hierauf sollte in jedem Fall der Hausarzt angesprochen werden.

Altersbedingter Schwindel

„Altersschwindel ist eher ein Verlegenheitsausdruck. Ärzte können in diesen Fällen keine organische Ursache feststellen, was eine gezielte Therapie erschwert“, erklärt Professor Dr. med. Arneborg Ernst, Direktor der HNO-Klinik am Unfallkrankenhaus Berlin: „Dennoch sollte man Schwindel und Taumel nicht einfach hinnehmen. Auch der Altersschwindel lässt sich soweit beeinflussen, dass die aktive Teilnahme am Leben weiterhin möglich ist!“ Professor Ernst rät, bei anhaltenden Schwindel- und Taumelattacken möglichst schnell medizinischen Rat einzuholen. Kann kein Auslöser gefunden werden, sollte man sich nicht mit den Beschwerden abfinden - im Gegenteil: Um eine Chronifizierung zu vermeiden und die Lebensqualität zu erhalten, kann man auch selbst einige Maßnahmen ergreifen. Grundsätzlich gilt, dass Bewegung und spezielles Training den Schwindel bessern. Schließlich können bei altersbedingt nachlassender Leistungsfähigkeit der Nervenzellen unter anderem gingkohaltige Arzneimittel helfen. Sie fördern die Durchblutung und damit die Sauerstoffversorgung des Gehirns und des Innenohres. Zudem unterstützen sie die Zellvernetzung und tragen damit zu einer aktiven Schwindelkompensation bei.

Broschüre „Wenn sich alles dreht – Schwindel im Alter“

Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. Hotline: 01805 – 001 905 (0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise max. 0,42 Euro/Min.) Weitere Informationen unter www.schwindel-im-alter.de