TÜV Rheinland: Richtige Sitzposition im Auto im Ernstfall überlebenswichtig

Seniorenliga: „Sicherheit ist Einstellungssache“

Bonn, 18.08.15 Um die optimale Sicherheit von Fahrer und Insassen zu gewährleisten, müssen individuelle Einstellungen am und im Auto genau beachtet werden. Dies bestätigt nun auch der TÜV-Rheinland, nach dessen Einschätzung die richtige Sitzposition hinter dem Lenkrad im Ernstfall überlebenswichtig sein kann. Notsituationen erfordern vom Autofahrer neben einer schnellen Reaktion auch den perfekten Zugriff auf Lenkrad und Pedale. Dabei kommt es auf den richtigen Abstand an, so der TÜV Rheinland: Gurte, Gurtstraffer, Airbags und Kopfstützen schützen nur dann wirkungsvoll, wenn sie auch an den vorgesehenen Stellen auf den Körper einwirken.

Den wenigsten ist bekannt, dass die individuellen Einstellungen im Auto in hohem Maße der Sicherheit dienen. Gerade ältere Autofahrerinnen und Autofahrer haben in der Hinsicht großen Informationsbedarf, weil sich seit ihrer Führerscheinprüfung die Zahl der sicherheitsrelevanten Funktionen in den Autos vervielfacht hat. „Sicherheit lässt sich durch aktiven Erhalt der Fahrtauglichkeit, strategisches Fahrverhalten und intelligente Technik verbessern – aber eben auch durch individuelle Einstellungen im und am Auto“, ist Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga (DSL) überzeugt. Die DSL bietet deshalb im Rahmen ihrer Initiative „Mensch & Auto“ kostenlose Schulungen an, die sich direkt an ältere Autofahrerinnen und Autofahrer richten. Ziel ist die weiterhin sichere Teilnahme am Straßenverkehr – im Interesse der Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer ebenso wie im eigenen Interesse. Den Wenigsten ist bekannt, dass die richtige Einstellung von Lenkrad, Sitz, Spiegeln und Kopfstützen in hohem Maße der Sicherheit dient. So gehört zu einer korrekten Sitzposition ein aufrecht gestellter Sitz und optimal eingestellte Spiegel zur Ergänzung des obligatorischen Schulterblicks.

Eine umfangreiche Erläuterung individueller Einstellungen und viele weitere Informationen enthält die website www.mensch-auto.de Dort kann auch das pdf der Broschüre „Sicherheit ist Einstellungssache – Tipps für ältere Autofahrer“ per E-Mail bestellt werden.

Hintergrund:

„Richtige Sitzposition im Auto: Instrumente müssen gut abzulesen sein“ Pressemitteilung TÜV-Rheinland Köln vom 31.07.2015

Die Gurte müssen stramm sitzen. Oberschenkel liegen leicht auf. Zunächst die Sitzhöhe so einstellen, dass alle Instrumente gut abzulesen sind. Die Augen sollten etwa auf halber Höhe durch die Frontscheibe schauen. Höhe und Neigung des Sitzes so einstellen, dass die Oberschenkel leicht aufliegen. Die Sitzfläche sollte einige Zentimeter vor den Kniekehlen enden, damit das Blut besser in den Beinen zirkuliert. Das Gesäß direkt an der Rückenlehne platzieren. Anschließend den Sitz so einstellen, dass das linke Knie beim Treten des Kupplungspedals leicht angewinkelt ist. „Der Mindestabstand zwischen Oberkörper und Lenkrad beträgt rund 30 Zentimeter, um bei einem Unfall Verletzungen durch den Airbag zu minimieren“, betont Hans-Ulrich Sander. Auch beim Lenken sollten die Schulterblätter Kontakt mit der eher gerade eingestellten Rückenlehne haben. Dadurch rückt der Kopf nahe an die Kopfstütze, die in der Höhe – je nach Körpergröße – möglichst mit dem Scheitel abschließt. Bei ausgestreckten Armen sollten die Handgelenke den oberen Lenkradkranz berühren. Grundsätzlich gehören beide Hände ans Lenkrad, am besten in der Viertel-vor-drei-Stellung. So hat der Fahrer bei plötzlichen Ausweichmanövern alles im Griff.