Erhebliche Informationsdefizite bei Senioren

Onlinebefragung zu Finanzen und Versicherungen

Bonn, 05.05.2015 Im Hinblick auf fortwährende demografische, gesellschaftliche und ökonomische Veränderungen gewinnt die finanzielle Kompetenz immer mehr Bedeutung. Durch die Reformen der sozialen Sicherungssysteme wird in wachsendem Maße Verantwortung in den Bereich der privaten Eigenvorsorge delegiert. Gleichzeitig gelangen in diesem Segment immer mehr neue und hochkomplexe Finanzdienstleistungen in den Markt. Eine Umfrage der Deutschen Seniorenliga zeigt erhebliche Informationsdefizite bei der älteren Bevölkerung in den Bereichen Finanzen und Versicherungen.

Ein rationaler Umgang mit Finanzdienstleistungen setzt grundlegende ökonomische und finanzielle Kenntnisse voraus. Schon die Studie der Bertelsmann Stiftung zum finanziellen Analphabetismus in Deutschland im Jahre 2004 belegt, dass es um die finanzielle Bildung „nicht zum Besten bestellt“ ist. An dieser Situation scheint sich bis heute nichts wesentlich geändert zu haben. Denn auch die aktuelle Onlinebefragung der Deutschen Seniorenliga in Bonn bestätigt einmal mehr mangelndes Wissen über und fehlende Erfahrung im Umgang mit Finanzdienstleistungen bei den über 50-Jährigen. Die Befragung zeigt, dass sich lediglich jeder Zweite der Befragten gut informiert fühlt. Dabei meint die Mehrheit der Befragten, dass Verbraucher heutzutage weitaus komplexere Entscheidungen zum Thema Finanzen und Versicherungen zu treffen haben, als noch vor ein paar Jahren. Demgegenüber hat jedoch bisher nur knapp ein Drittel der Befragten die Hilfe von Verbraucherschutzstellen in Anspruch genommen. Befragt wurden 422 Personen über 50 Jahre, die mehrheitlich zwischen
70-79 Jahre alt sind.

Die aktuelle Generation 50plus steht finanziell besser da als in früheren Jahren. Aber die Erfahrung zeigt auch, dass gerade ältere Verbraucher vermehrt in Finanzprodukte gedrängt werden, die ihrer wirtschaftlichen Situation nicht entsprechen und die sie nicht verstehen. „Einen Ausweg kann es nur geben, wenn die fundierte Information älterer Verbraucher verstärkt wird“, meint Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga: „Ziel muss zudem sein, bestehende Informationsangebote auch bekannt zu machen!“ Bedarf gibt es: Neun von zehn Befragten ist das Thema wichtig. Jeder Zweite würde gerne über die wichtigsten Grundregeln der Geldanlage oder über Sicherheitsverfahren beim Onlinebanking erfahren. Auch Informationen rund um das Thema Versicherungen stehen hoch im Kurs. Seit Jahren engagieren sich zunehmend Forschungsinstitute, Ministerien, Verbraucherverbände und Schuldnerberatungen für die Entwicklung und Verbreitung von Materialien und Projekten zur finanziellen Information.