Trotz Schwindel in Bewegung bleiben

Bettruhe aus Angst vor Schwindel-Attacken ist Gift

Bonn, 18.02.2015 Ältere Menschen leiden häufig unter Schwindel oder Taumel. In solchen Situationen ist es wichtig, dass die Betroffenen trotz der Angst vor erneuten Attacken möglichst in Bewegung bleiben. Nur so kann Besserung eintreten. Die Broschüre „Wenn sich alles dreht – Schwindel im Alter" zeigt auf, welche Formen von Schwindel es gibt und wie man mit körperlicher Aktivität und einfachen Übungen wieder auf festen Beinen stehen kann.

Schwindel-Attacken gehören zu den häufigsten Beschwerden älterer Menschen. Fast die Hälfte aller Menschen über 75 Jahren ist betroffen. Oftmals handelt es sich dabei um einen Lagerungsschwindel, bei dem kleine Kristalle in die Bogengänge des Gleichgewichtsorgans im Innenohr gelangen. Bei Lagewechseln werden hierdurch die Bogengänge aktiviert. Die Folge ist ein starker, für Sekunden anhaltender Drehschwindel. „Ruhe wirkt in den meisten Fällen von Schwindel kontraproduktiv, weil sie die Symptome eher verfestigt", erläutert Professor Dr. med. Arneborg Ernst, Direktor der HNO-Klinik am Unfallkrankenhaus Berlin. Der Lagerungsschwindel ist ein gutes Beispiel: „Weil es durch Lageänderungen zu heftigstem Schwindel kommt, bewegen sich viele Patienten überhaupt nicht mehr. Die störenden Kristalle im Innenohr können aber nur durch Bewegung wieder herausrutschen. Bewegung ist daher der Schlüssel zum Erfolg!", meint Professor Ernst. Ein geübter Arzt kann die Besserung auch durch gezielte Bewegungsmanöver, das sogenannte Lagerungstraining, beschleunigen. Neben der Bewegung können auch Maßnahmen zur Förderung der Durchblutung des Innenohrs hilfreich sein. Hierzu kann man mit Zeigefinger und Mittelfinger den Bereich direkt vor oder hinter den Ohren durch kreisförmige Bewegungen massieren. Auch ginkgohaltige Arzneimittel fördern die Durchblutung.

Im Alter kommt noch eine weitere Besonderheit hinzu: Oft ist der Kreislauf nicht ganz stabil, so dass bei schnellem Aufrichten ein Kreislaufabfall eintritt, was als Benommenheit oder Schwindel wahrgenommen wird. Die Betroffenen sind verunsichert und meinen fälschlicherweise, sich besser ruhig zu halten. Professor Ernst rät: „Bevor man aufsteht, sollte man sich erst einmal auf die Bettkante setzen, Beine überkreuzen, Muskeln an- und entspannen, die Beine wieder nebeneinanderstellen und erst dann aufstehen. Ganz bewusst und nicht ruckartig."

Die Broschüre „Wenn sich alles dreht – Schwindel im Alter" informiert, welche Ursachen hinter dem Schwindel stecken und wie die Symptome behandelt werden können. Einfache Übungen, die ohne großen Aufwand zuhause durchgeführt werden können, runden das Informationsangebot ab. Die Broschüre kann kostenlos bei der Deutschen Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn bestellt werden. Hotline: 01805 – 001 905 (0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise max. 0,42 Euro/Min.) Weitere Informationen unter www.schwindel-im-alter.de