Hälfte der Reisenden in Deutschland über 50 Jahre

Ältere reisen anders und geben in Zukunft den Trend an

Bonn, 20.07.2012 Der demografische Wandel unserer Gesellschaft spielt sich nicht erst in ferner Zukunft ab: Schon im Jahr 2013 wird knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland 50 Jahre und älter sein, jeder dritte Mensch älter als 60. Das bedeutet auch, dass der Altersdurchschnitt der Reisenden höher wird. In Zahlen ausgedrückt: Personen der Altersgruppe 50plus stellen schon heute fast die Hälfte der touristischen Nachfrage der deutschen Bevölkerung.

72 Prozent (21 Mio.) von ihnen machen pro Jahr eine oder mehrere Urlaubsreisen. Insgesamt ergeben sich so 29 Mio. Urlaubsreisen, hinzu kommen noch die Kurzreisen in etwa gleicher Größenordnung. Die Urlaubsreisen führen zu mehr als einem Drittel zu inländischen Zielen, vor allem an die Küste, ins Mittelgebirge und in die Alpen, knapp zwei Drittel sind Auslandsreisen.*

Das Reiseverhalten älterer und jüngerer Menschen unterscheidet sich dabei deutlich. So zeigen die älteren Reisenden eine geringere Urlaubsreiseintensität, aber mehr Reisen pro Reisendem: Das heißt, der Anteil derer, die verreisen, ist bei den Älteren etwas niedriger; aber wer verreist, der unternimmt mehr Urlaubsreisen pro Jahr als jüngere Urlaubsreisende. Auch beim Urlaubsmotiv gibt es Unterschiede: Bei den über 50-Jährigen ist eine stärkere Gesundheitsorientierung, aber auch Naturerlebnisse, wie der Besuch von Naturattraktionen und Wanderungen sowie Kultur und Bildung wichtiger als für jüngere Personen. Weniger wichtig sind Baden, Freizeitparks, Ferienbekanntschaften machen, Ausruhen und viel schlafen.

„Ältere Menschen bestimmen so die touristischen Trends der Zukunft ganz erheblich", meint Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga. Die Altersgruppe 50plus wird zukünftig einerseits noch reisefreudiger sein als die heutige und andererseits vielfältige, differenzierte Ansprüche an den Urlaub haben. Die älteren Reisenden haben als mächtige Gruppe die Chance, ihre eigenen Vorstellungen zu verdeutlichen und so auf die Angebote einzuwirken. „Erfolgsorientierte Tourismusunternehmen werden älteren Altersgruppen einen besonderen Stellenwert einräumen und altersgerechte Angebote anbieten müssen", so Hackler.

Hintergrund

Das Jahr 2012 ist zum "Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen" ausgerufen worden. Die Deutsche Seniorenliga begrüßt und unterstützt die Initiative und die damit verbundene Auseinandersetzung: „Angesichts der demografischen Entwicklung in allen Ländern Europas steht die ernsthafte Förderung aktiven Alterns unumstößlich auf der Tagesordnung", meint Hackler. „In Zeiten, in denen die Jüngeren weniger und die Älteren mehr werden, setzt dieses Themenjahr ein generationen-übergreifendes Signal. Die Herausforderungen gesellschaftlichen Wandels zu meistern und seine Chancen sinnvoll zu nutzen, sind unabdingbare Pflichtaufgaben für die gesamte Gesellschaft."

Der Begriff „Aktives Altern" wurde bereits in den 1990er Jahren von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geprägt und 2002 auch definiert: -„Aktives Altern" ist ein „Prozess der Optimierung der Möglichkeiten von Menschen, im zunehmenden Alter ihre Gesundheit zu wahren, am Leben ihrer sozialen Umgebung teilzunehmen und ihre persönliche Sicherheit zu gewährleisten und derart ihre Lebensqualität zu verbessern".**

Koordiniert wird das Europäische Jahr 2012 in Deutschland vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

* Quelle: Reiseanalyse der FUR; Angaben für Deutsche in Privathaushalten

* *World Health Organization WHO 2002: Aktiv Altern. Rahmenbedingungen und Vorschläge für politisches Handeln. Ein Beitrag der Weltgesundheitsorganisation für die Zweite UN-Weltversammlung zu Altersfragen in Madrid. Genf. Deutscher Titel der Publikation herausgegeben vom Österreichischen Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz, Kompetenzzentrum für Senioren- und Bevölkerungspolitik. Wien.