Jegliche Handynutzung im Auto nur mit Headset oder Freisprecheinrichtung erlaubt

Senioren reisen meist mit dem eigenen Auto

Bonn, 23.07.2012 Nach wie vor reisen viele Senioren gerne mit dem eigenen Auto in den Urlaub. Gleichzeitig nutzen ältere Menschen auch auf Urlaubsreisen immer häufiger das Handy. In diesem Zusammenhang macht die Seniorenliga darauf aufmerksam, dass das Telefonieren am Steuer sehr gefährlich ist. Wegen der Ablenkung steigt das Unfallrisiko enorm.

Zudem kann es richtig teuer werden, wenn man sich dabei erwischen lässt. In Deutschland werden aktuell 40 Euro fällig, in Italien muss man bis zu 600 Euro Strafe zahlen. Auch in den Niederlanden mit rund 150 Euro und Spanien mit rund 100 Euro ist es nicht gerade billig.

Das Handy-Verbot gilt dabei nicht nur für das Telefonieren, sondern schlicht für jede Nutzung ohne Freisprechanlage. Was laut Rechtsprechung erlaubt ist und was nicht, zeigen folgende Gerichtsentscheidungen: Das Oberlandesgericht Hamm entschied, dass das Ablesen der Uhrzeit vom Display ebenso ordnungswidrig ist wie das Lesen einer SMS oder einer Telefonnummer. Auch das „Wegdrücken" bzw. Ablehnen eines Anrufers wird im rechtlichen Sinne als Nutzung angesehen und mit Bußgeld bestraft. Selbst die Nutzung eines im Mobiltelefon integrierten Navis wird vom Handyverbot erfasst. Im grünen Bereich ist dagegen, wer an einer roten Ampel vorübergehend den Motor ausstellt, telefoniert und das Gespräch beendet, bevor er den Wagen wieder startet.

Wichtig zu wissen: Auch bei Nutzung einer Freisprecheinrichtung ist man bei einem Unfall versicherungsrechtlich nicht immer auf der sicheren Seite. Die Nutzung des Handys kann als grobe Fahrlässigkeit gedeutet werden, so dass Schäden unter Umständen nicht erstattet werden. Die Seniorenliga empfiehlt, auch die Freisprechanlage oder ein Headset, eine Kombination aus Kopfhörer und Mikrofon, nur zu nutzen, wenn das Auto steht. Versuche haben gezeigt, dass der Sicherheitsvorteil von Freisprechanlagen nur minimal geringer ist, gerade bei Menschen, die keine Routine im Umgang mit dieser Technik haben.

Ein Headset, das per Kabel an das Handy angeschlossen wird, ist beim Kauf eines Handys meist mit dabei. Komfortabler sind kabellose Headsets, welche die Verbindung mit dem Handy per Bluetooth herstellen. Diese Minifunkstrecke kann auch Handy und Freisprechanlage miteinander verbinden, wenn beispielsweise das Handy nicht in die Ladeschale der Freisprecheinrichtung passt.

Praktische Tipps zur Handynutzung mit Headset oder Freisprecheinrichtung gibt die kostenlose Broschüre „Mobil & aktiv im Alltag". Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga, Heilsbachstrasse 32 in 53123 Bonn. Bestell-Hotline: 01805 – 001 905 (0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise max. 0,42 Euro/Min).

Internet: www.deutsche-seniorenliga.de/infomaterial.html