Vorsorgevollmacht erleichtert vieles

Rechtzeitig auf den Pflegefall vorbereiten

Bonn, 04.10.2012 Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Damit einhergehend steigt auch das Risiko der Pflegebedürftigkeit. Die Deutsche Seniorenliga rät älteren Menschen und deren Angehörigen, sich rechtzeitig mit dem Thema auseinandersetzen, damit sie im Fall der Fälle nicht unvorbereitet sind. Der kostenlose Info-Flyer „Pflegefall – was nun?" zeigt auf, wo man umfassende Angebote für pflegende Angehörige erhält. Gefördert wird der Ratgeber vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Pflegebedürftigkeit tritt in den meisten Fällen plötzlich ein. Aber selbst wenn ein Krankheitsverlauf es vorhersehbar macht, versäumen es viele Menschen, vorzusorgen. „Wer allerdings dieses Thema frühzeitig angeht, kann sich später Enttäuschungen und seinen Angehörigen manche Sorge ersparen", meint Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga. Dabei sollten zunächst die wichtigsten Fragen geklärt werden, wie zum Beispiel: Möchte der ältere Mensch – wie die meisten – in den eigenen vier Wänden bleiben oder gibt es eine bevorzugte Adresse bei einem eventuell notwendigen Umzug?

Das A und O bei den Überlegungen ist laut Rechtsanwalt Hackler die rechtzeitige Vergabe einer Vorsorgevollmacht: „Senioren sollten auch an Situationen denken, in denen sie selbst nicht mehr in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen." Eine schriftlich und notariell beglaubigte Vollmacht regelt, wer ab welchem Zeitpunkt und in welchem Maße im Auftrag des alten Menschen handeln darf. Sie kann sich auf alle Lebensbereiche erstrecken (Generalvollmacht) oder nur bestimmte Zuständigkeiten wie die Vermögensverwaltung (Spezialvollmacht) umfassen. Die Vollmacht kann einem oder mehreren Vertrauenspersonen erteilt werden. Neben der Vorsorgevollmacht ist es auch sinnvoll eine Patientenverfügung zu formulieren. Diese legt für den Fall der Urteilsunfähigkeit fest, wie weit medizinische Möglichkeiten in Anspruch genommen werden möchten.

Ein wesentlicher Vorteil einer Vorsorgevollmacht liegt auch darin, dass für die Bereiche, für die eine Vollmacht erteilt worden ist, kein gerichtliches Betreuungsverfahren durchgeführt werden muss. Hierzu sollte man wissen: Es gibt im Krankheitsfall keine gesetzliche Vertretungsmacht von Ehegatten untereinander oder von Eltern gegenüber Kindern bzw. umgekehrt. „Eine rechtzeitig ausgestellte Vorsorgevollmacht macht es Angehörigen oder Vertrauenspersonen leichter, für einen erkrankten Menschen, und zwar in dessen Sinne, zu handeln", resümiert Hackler: „Angehörige sollten jedoch bei allen Überlegungen und Vereinbarungen darauf achten, die Persönlichkeit des älteren Menschen zu respektieren!"

Der Info-Flyer „Pflegefall – was nun?" übernimmt bei den Vorüber-legungen eine Art Lotsenfunktion für pflegende Angehörige. Er kann kostenlos bei der Deutschen Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn bestellt werden. Hotline: 01805 – 001 905 (0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise max. 0,42 Euro/Min) oder hier.