Vor Krankenhauskeimen wirksam schützen

Neue Broschüre informiert über multiresistente Erreger

Bonn, 04.12.12 In den letzten Jahren tauchen in den Medien immer wieder Meldungen über schwerwiegende Infektionen durch Krankenhauskeime auf. Dass diese multiresistenten Erreger in Kliniken und Pflegeeinrichtungen vorkommen, lässt sich kaum verhindern. Es ist aber möglich, Patienten und Heimbewohner wirksamer vor einer Infektion mit diesen Keimen zu schützen: durch Aufklärung und konsequente Hygiene.

Eine neue Broschüre der Deutschen Seniorenliga e.V. widmet sich jetzt diesem Thema – ein praxisnaher Ratgeber für alle, die alte, kranke oder immungeschwächte Menschen betreuen.

Die meisten bakteriellen Infektionskrankheiten lassen sich heutzutage gut mit Antibiotika behandeln. Bei Infektionen mit multiresistenten Erregern ist das nicht der Fall: Diese Bakterien haben ihre Empfindlichkeit gegen die gängigen Antibiotika verloren und können daher nur schwer mit Medikamenten bekämpft werden. Ein gesundes Immunsystem wird mit den Keimen in der Regel fertig. Anders verhält es sich bei alten, kranken und abwehrgeschwächten Menschen: Durch eine Infektion mit multiresistenten Erregern können sie lebensgefährlich erkranken, indem sie beispielsweise eine schwere Lungenentzündung oder eine Sepsis (Blutvergiftung) entwickeln. Eintrittspforte für die Bakterien sind vor allem offene Hautstellen. Ein besonders hohes Infektionsrisiko tragen daher frisch Operierte, Menschen mit akuten Hautverletzungen oder chronischen Wunden sowie Patienten, die einen Katheter tragen oder Infusionen erhalten – auch wenn die Krankheit bei ihnen nicht ausbricht, sie also nur Träger der Bakterien werden. „Bei ihnen ist die Gefahr besonders groß, dass sie die Keime an andere Personen weitergeben, die dann ihrerseits potenzielle Überträger von multiresistenten Keimen sind", warnt Professor Dr. Podbielski, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene der Universität Rostock. Oberstes Gebot ist daher Hygiene; so müssen die Hände konsequent und vor allem richtig desinfiziert und Oberflächen wie zum Beispiel Türklinken regelmäßig gereinigt werden – auch wenn die Zeit knapp ist.

Jeder ist verantwortlich

„Ob Chefarzt, Krankenschwester, Reinigungskraft oder pflegende Angehörige: Jeder ist mit dafür verantwortlich, die Ausbreitung multiresistenter Keime zu verhindern und abwehrgeschwächte Personen vor einer Infektion zu schützen", betont Erhard Hackler, Vorstand der Deutschen Seniorenliga.

Welches sind die häufigsten multiresistenten Erreger und welche Erkrankungen können sie verursachen? Wie werden die Keime übertragen? Welche Hygieneregeln gelten in Privathaushalten, Pflegeeinrichtungen und Kliniken? Welche Maßnahmen sind notwendig, wenn es dennoch zu einer Ausbreitung multiresistenter Erreger gekommen ist? Die neue Broschüre der Deutschen Seniorenliga beantwortet verständlich und ausführlich die wesentlichen Fragen zu diesem Thema. Darüber hinaus sind die wichtigsten Institute und Überwachungsstellen in Hygienefragen aufgeführt. Eine Anleitung zur richtigen Handdesinfektion in Wort und Bild rundet das Informationsangebot ab.

Die Broschüre „Multiresistente Erreger" ist in Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesseniorenvertretungen e.V. sowie dem Aktionsbündnis gegen multiresistente Bakterien HICARE mit Unterstützung der Pfizer Deutschland GmbH entstanden. Sie ist kostenfrei und kann auf dem Postweg, telefonisch oder hier angefordert werden: Deutsche Seniorenliga e.V. (DSL), Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn; www.multiresistente-erreger.de, Bestell-Hotline 01805 – 001 905 (0,14 Euro/Min aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise abweichend).