Gezielte Entspannung hilft bei Blasenschwäche

Übungen, Tee und Medikamente zur Entkrampfung

Bonn, 08.03.13 Die Dranginkontinenz ist eine besonders unangenehme Form der Blasenschwäche. Die Betroffenen leiden unter einem starken Harndrang, der so plötzlich auftreten kann, dass sie es nicht immer rechtzeitig zur Toilette schaffen. Ein wirksames Mittel dagegen ist Entspannung. Doch wie soll das gehen, wenn die Blase ständig drückt und die Angst vor einem peinlichen Malheur im Nacken sitzt? Die Deutsche Seniorenliga rät zu Entspannungsübungen, Tee und bei anhaltenden Beschwerden auch zu Medikamenten.

Die Dranginkontinenz betrifft sehr häufig ältere Menschen. Diese Form der Blasenschwäche kann durch Blasensteine, häufige Harnwegsentzündungen, eine vergrößerte Prostata, Veränderungen im Hormonhaushalt und eine altersbedingte Rückbildung der Blasenmuskulatur verursacht werden. Außerdem können seelische Belastungen eine Dranginkontinenz auslösen oder verstärken. Viele Patienten fühlen sich durch ihr Leiden so gestresst, dass sie aus dem Teufelskreis von Anspannung und Harndrang kaum herauskommen. Mit ein paar einfachen Techniken fällt es leichter, sich zu entspannen und den Harndrang zu lindern.

Entspannungsübungen – auch für Senioren geeignet

Eine wirksame Methode ist zum Beispiel die progressive Muskelentspannung. Diese eignet sich auch für ältere und bewegungseingeschränkte Menschen und kann zuhause durchgeführt werden. Die Methode beruht auf der gezielten Anspannung und Entspannung einzelner Muskelgruppen. So werden beispielsweise nacheinander die Hände zur Faust geballt, die Fußspitzen nach oben gezogen oder die Arme leicht nach innen gedreht und nach ein paar Sekunden wieder gelockert. Werden die Übungen konzentriert durchgeführt, entspannt sich der Körper automatisch. Darüber hinaus hilft die Methode, im Alltag auf Verspannungen zu achten und bewusst gegenzusteuern. Das kommt letztendlich auch der Blasenmuskulatur zugute. Andere Techniken wie autogenes Training oder Yoga können ebenfalls helfen, sich leichter zu entspannen, sollten allerdings unter Anleitung eines erfahrenen Trainers erlernt werden.

Pflanzliche Mittel, Tee und Medikamente

Pflanzliche Mittel und Teezubereitungen mit beruhigender Wirkung haben eine lange Tradition auch bei Blasenbeschwerden. So finden etwa bei Reizblase, einer speziellen Form der Dranginkontinenz, unter anderem Zubereitungen aus dem Medizinalkürbis Verwendung. Patienten mit starken und lang anhaltenden Beschwerden kommen mit Entspannungsmethoden und pflanzlichen Mitteln allein nicht aus; sie sollten unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen. Er kann zusätzlich Medikamente verschreiben, die gezielt die Blasenmuskulatur entkrampfen und dafür sorgen, dass die Blase wieder mehr Flüssigkeit aufnehmen kann. Besonders zu empfehlen sind Wirkstoffe, die keine Nebenwirkungen auf das zentrale Nervensystem wie beispielsweise Müdigkeit, Verwirrtheit oder Schwindel haben.

Eine Anleitung zur progressiven Muskelentspannung finden Interessierte im Internet: www.dsl-blasenschwaeche.de/tipps.php. Die Broschüre „Blasenschwäche ist kein Schicksal" informiert außerdem über verschiedene Formen der Blasenschwäche, Diagnosemethoden sowie medikamentöse und nichtmedikamentöse Behandlungswege. Darüber hinaus hält sie eine Fülle praktischer Tipps für den Alltag mit Blasenschwäche bereit. Die Broschüre kann kostenlos auf dem Postweg, im Internet oder telefonisch angefordert werden: Deutsche Seniorenliga (DSL) e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn; www.dsl-blasenschwaeche.de, Bestell-Hotline 01805 – 001 905 (0,14 Euro/Min aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise abweichend).