Wenn das Herz häufig stolpert, droht Schlaganfall

Anzeichen von Vorhofflimmern erkennen, Schlaganfall vorbeugen

Bonn, 12.12.14 Wenn das Herz hin und wieder aus dem Takt gerät, ist das nicht weiter tragisch. Bei anhaltenden Rhythmusstörungen kann es allerdings gefährlich werden. So erhöht Vorhofflimmern, die häufigste Herzrhythmusstörung, das Risiko für Schlaganfälle um das Fünffache. Mit geeigneten vorbeugenden Maßnahmen kann das Schlimmste meist verhindert werden. Vor allem Ältere ab 65 Jahren, Menschen mit Diabetes und Bluthochdruckpatienten sollten daher ihr Schlaganfallrisiko beim Arzt abchecken lassen.

In Deutschland leiden etwa 1,8 Millionen Menschen an Vorhofflimmern – diejenigen nicht eingeschlossen, die von ihrer Erkrankung nichts wissen. Denn Vorhofflimmern macht sich nur bei einem Teil der Betroffenen durch Herzrasen, Atemnot, Engegefühl in der Brust oder Schwindel bemerkbar. In vielen Fällen verläuft die Herzrhythmusstörung ohne Beschwerden und wird erst erkannt, wenn es bereits zum Schlaganfall gekommen ist. Personen, die bestimmte Risikofaktoren aufweisen, sollten daher rechtzeitig von einem Facharzt ihr persönliches Schlaganfallrisiko ermitteln lassen. Das gilt insbesondere für Menschen ab 65 Jahren, bei bestimmten Grunderkrankungen des Herzens, bei Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht.

Schlaganfallrisiko kennen und vorbeugen

Nicht alle Risikofaktoren lassen sich beeinflussen, wie zum Beispiel das Lebensalter. Dennoch kann jeder selbst dazu beitragen, die Gefahr eines Schlaganfalls zu senken: Bei Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes oder Bluthochdruck ist eine zuverlässige medikamentöse Therapie wichtig. Entscheidend ist auch eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und Nichtrauchen. In bestimmten Fällen sind Medikamente zur Regulierung von Herzfrequenz und Herzrhythmus notwendig. Wenn die Gefahr für Blutgerinnsel besonders groß ist, kommen Gerinnungshemmer zum Einsatz.

Schlaganfall durch Vorhofflimmern

Auslöser des Vorhofflimmerns sind elektrische Störimpulse in den Vorhöfen des Herzens. Sie führen dazu, dass die Vorhöfe nicht mehr rhythmisch schlagen, sondern unregelmäßig und viel zu schnell – sie flimmern. Das setzt die Pumpleistung des Herzens und damit den Blutfluss so stark herab, dass das Blut zu lange in den Vorhöfen verbleibt und im ungünstigsten Fall zu so genannten Gerinnseln verklumpt. Löst sich ein solches Blutgerinnsel, kann es Blutgefäße verstopfen. In 85 Prozent der Fälle sind Gefäße betroffen, die das Gehirn mit Sauerstoff versorgen. Die Sauerstoffzufuhr ins Gehirn wird unterbrochen, es kommt zum Schlaganfall. Studien zufolge verlaufen diese Schlaganfälle besonders schwer und führen häufiger als andere zum Tod.

Die wichtigsten Fragen zu Vorhofflimmern und Schlaganfall beantwortet Professor Dr. med. Thorsten Lewalter, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie am Isar Herz Zentrum in München, auf der Internetseite der Deutschen Seniorenliga www.deutsche-seniorenliga.de/schlaganfallrisiko-vorhofflimmern.html. Patienten mit Vorhofflimmern, die sich auf den Arztbesuch vorbereiten möchten, können sich beispielsweise auf der Internetseite www.schlaganfall-verhindern.de kostenlos einen Bogen mit Leitfragen herunterladen.