IGeL – was ist sinnvoll und was ist überflüssig?

Individuelle Gesundheitsleistungen beim Arzt 

Bonn, 06.11.2014 Über den Sinn und Unsinn individueller Gesundheitsleistungen - kurz IGeL - wird immer wieder diskutiert. Zu IGeL zählen alle ärztlichen Behandlungen, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt werden. Eine pauschale Einschätzung aller fast 400 Behandlungen kann niemand abgeben. Das Problem: Manche sind für Patienten sinnvoll, andere wiederum nutzen nur dem Mediziner. Die Seniorenliga gibt im kostenlosen Ratgeber „Gesundheit und Pflege. Ihre Rechte – unsere Tipps“ Anhaltspunkte, wie man sich im Sinne seiner Gesundheit richtig entscheidet.

Patienten vertrauen meist ihren Ärzten bei der Beurteilung einer IGeL. Das ist nachvollziehbar und oft auch richtig. Ärzte können den Sinn der Behandlungen beurteilen, und sie sollen ihre Patienten beraten. „Die Entscheidung, ob eine IGeL in Anspruch genommen wird, sollte und braucht man aber nicht zu überstürzen, weil sie meist nicht dringlich ist“, rät Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga: „Der Arzt muss zunächst erklären, welchen Nutzen die individuelle Gesundheitsleistung hat, ob die Methode wissenschaftlich untersucht ist, welche eventuellen Risiken damit verbunden sind und warum die Krankenkasse die Kosten für die Leistung nicht trägt!“ Wer „auf Nummer sicher gehen“ möchte, kann sich darüber hinaus bei seiner Krankenkasse oder unter www.igel-monitor.de informieren. Dies gilt insbesondere für den Fall, dass man zu einer IGeL gedrängt wurde oder sogar die weitere Behandlung verweigert worden wäre, wenn man eine bestimmte IGeL nicht in Anspruch nimmt.

Wenn absehbar ist, dass die Krankenkasse bestimmte Leistungen nicht bezahlt, muss der Arzt seinen Patienten in schriftlicher Form darüber aufklären, welche Kosten auf ihn zukommen. Das ist bei individuellen Gesundheitsleistungen immer der Fall. Bevor der Arzt die IGeL ausführt, muss ein schriftlicher Vertrag unterzeichnet werden. Grundsätzlich haben Patienten auch das Recht, sich eine ärztliche Zweitmeinung einzuholen. Der Seniorenliga-Ratgeber, der vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert wurde, enthält Informationen über wichtige Anlaufstellen, Checklisten und weiterführende Publikationen zum Thema Gesundheit und Pflege. Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. www.deutsche-seniorenliga.de