Teufelskreis: Schwindel, Bewegungsmangel, Stürze

Kostenloser Ratgeber der Deutschen Seniorenliga

Bonn, 31.10.2014 Wenn sich plötzlich alles dreht, der Boden scheinbar schwankt, man sich unsicher und benommen fühlt, ist das nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich. Viele ältere Menschen hatten schon einmal einen Schwindel- oder Taumelanfall und wissen, wie wackelig man dann auf den Beinen ist. Die Folge: Ein Drittel der über 65-Jährigen und sogar die Hälfte der über 80-Jährigen stürzt einmal im Jahr – und das mit zum Teil schwerwiegenden Folgen. Die Broschüre „Wenn sich alles dreht – Schwindel im Alter" zeigt auf, welche Ursachen hinter dem Schwindel stecken können, welche Therapien es gibt und wie man mit einfachen Übungen wieder „auf festen Beinen stehen" kann.

„Schwindel und Taumel machen ältere Menschen unsicher und ängstlich. Dadurch steigt das ohnehin hohe Sturzrisiko von Senioren noch einmal um das Zwölffache", so Professor Dr. med. Arneborg Ernst, Direktor der HNO-Klinik am Unfallkrankenhaus Berlin. Da das Reaktionsvermögen im Alter nachlässt, ein Sturz schlechter abgefedert werden kann und die Widerstandskraft älterer Menschen geringer ist, erleiden sie häufig komplizierte Knochenbrüche – insbesondere Hüft- und Oberschenkelhalsfrakturen. In 20 Prozent der Fälle erholen sich die Betroffenen nicht mehr von den Folgen und werden zum Pflegefall. Andere ziehen sich aus Angst vor einem erneuten Sturz komplett zurück, leiden unter Einsamkeit und werden depressiv. Rückzug bedeutet jedoch nicht nur Isolation, sondern auch Bewegungsmangel, wodurch Muskeln, Knochen und Gelenke weiter geschwächt werden. Und nicht nur das: Ohne Training büßen auch die Gleichgewichtsorgane im Innenohr ihre Leistungsfähigkeit ein. Ohne entsprechende Therapie fallen 70 Prozent der Sturzpatienten kurze Zeit später erneut – ein Teufelskreis!

„Um zu verhindern, dass die Beschwerden chronisch werden, ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung immens wichtig. Nur so kann man der Sturzgefahr vorbeugen und die Lebensqualität aufrechterhalten", rät Professor Ernst: „Bei anhaltenden Schwindel- und Taumelattacken sollte man deshalb schnell medizinischen Rat einholen."

Die Broschüre „Wenn sich alles dreht – Schwindel im Alter" zeigt Maßnahmen auf, um Stürze durch akute Schwindelattacken oder eine dauerhafte Gangunsicherheit zu vermeiden. Sie informiert, welche Ursachen hinter dem Schwindel stecken und wie die Symptome behandelt werden können. Einfache Übungen, die ohne großen Aufwand zuhause durchgeführt werden können, runden das Informationsangebot ab. Die Broschüre kann kostenlos bei der Deutschen Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn bestellt werden. Hotline: 01805 – 001 905 (0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise max. 0,42 Euro/Min.) Weitere Informationen unter www.schwindel-im-alter.de