Der Kampf gegen Krankenhauskeime lohnt sich

Broschüre gibt wichtige Hygienetipps für Pflege und Klinik

Bonn, 19.09.14 Jedes Jahr infizieren sich in deutschen Krankenhäusern zwischen 400.000 und 600.000 Patienten mit so genannten multiresistenten Erregern. Diese Keime sprechen auf die gängigen Antibiotika nicht an und können bei Risikopatienten zu lebensbedrohlichen Erkrankungen führen. Aufklärung und verschärfte Hygienemaßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen tragen jedoch erste Früchte: So ist die Häufigkeit von MRSA, einem der bekanntesten Krankenhauskeime, in vielen Einrichtungen stabil oder bereits rückläufig. Welche Maßnahmen wirksam dazu beitragen, die Gefahr durch multiresistente Erreger einzudämmen, erklärt eine Broschüre der Deutschen Seniorenliga. Der Ratgeber ist kostenlos und richtet sich an alle, die alte, kranke oder immungeschwächte Menschen betreuen.

Ein allzu großzügiger und ungezielter Umgang mit Antibiotika in den vergangenen Jahrzehnten rächt sich heute: Viele Bakterienstämme, die im menschlichen Körper und in der Umgebung natürlicherweise vorkommen, sind gegen die gängigen antibiotischen Wirkstoffe unempfindlich geworden. Als Bestandteil der Darmflora oder auf der Haut sind diese Keime meist harmlos. Dringen sie aber in Wunden, Harn- oder Atemwege ein, so können sie lebensbedrohliche Erkrankungen hervorrufen. Besonders gefährdet sind frisch Operierte, Menschen mit Hautverletzungen oder Wunden, Patienten, die einen Katheter tragen oder Infusionen erhalten. Diese Personen können nicht nur ernsthaft erkranken, sondern sie geben die Keime auch leicht an das Pflegepersonal, Besucher und andere Patienten weiter. Strenge Hygiene, vom richtigen Händewaschen bis zum Desinfizieren von Händen und Oberflächen, ist das oberste Gebot. „Ein konsequentes Hygienemanagement lohnt sich, wie man an den vorbildlichen Verhältnissen in den Niederlanden und Skandinavien sehen kann", betont Erhard Hackler, Vorstand der Deutschen Seniorenliga. „Dort sind multiresistente Erreger viel weniger verbreitet als bei uns. Jeder ist in der Verantwortung, die Ausbreitung dieser Keime zu verhindern, ob Chefarzt, Krankenschwester, Reinigungskraft oder pflegende Angehörige."

Der Ratgeber „Multiresistente Erreger (MRE)" erklärt, wie Multiresistenzen entstehen, wo die wichtigsten Erreger vorkommen und welche Erkrankungen sie auslösen können. Der zweite Teil stellt Hygienemaßnahmen für die häusliche Pflege, Altenheime und Kliniken vor. Im letzten Kapitel wird erklärt, was im Fall einer Infektion mit multiresistenten Erregern zu tun ist. Eine Anleitung zur richtigen Handdesinfektion in Wort und Bild rundet das Informationsangebot ab.

Die Broschüre ist in Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesseniorenvertretungen e.V. sowie dem Aktionsbündnis gegen multiresistente Bakterien HICARE mit Unterstützung der Pfizer Deutschland GmbH entstanden. Sie ist kostenfrei und kann auf dem Postweg, telefonisch oder im Internet angefordert werden: Deutsche Seniorenliga e.V. (DSL), Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn; www.multiresistente-erreger.de, Bestell-Hotline 01805 – 001 905 (0,14 Euro/Min aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise abweichend).