Medikamente im Alter – Gefahr von Wechselwirkungen nicht unterschätzen

www.medikamente-im-alter.de mit Priscus-Liste

Bonn, 07.04.14 Im Alter nehmen die Gebrechen und die Einnahme von Medikamenten zu. Jedes Jahr werden in Deutschland insgesamt fast 24 Milliarden Tabletten, 4 Milliarden Kapseln und 0,7 Milliarden Dragees in Apotheken gekauft. Moderne Medikamente besiegen Krankheiten und retten Leben. Der normale Alterungsprozess bringt es aber mit sich, dass Wirkstoffe anders aufgenommen und langsamer abgebaut werden als bei jungen Menschen. Die unterschätzte Folge: Immer öfter treten unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen ein.

Im ungünstigsten Fall sind die Konsequenzen dramatisch: Nebenwirkungen von Medikamenten sind in Deutschland mittlerweile die fünfthäufigste Todesursache, so die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie.

Welche Medikamente für ältere Menschen als besonders riskant eingestuft werden, ist auf der sogenannten Priscus-Liste aufgeführt: Um Ärzte dabei zu unterstützen, die Therapiesicherheit für ihre älteren und multimorbiden Patienten zu erhöhen, hat eine von Professorin Petra Thürmann von der Universität Witten-Herdecke geleitete Forschergruppe aus 27 Experten verschiedener Fachrichtungen Arzneimittel identifiziert, die für Menschen ab 65 Jahren als potenziell ungeeignet einzustufen sind. Die Deutsche Seniorenliga hat eine Webseite eingerichtet, auf der Patientinnen und Patienten anhand ihrer Erkrankung überprüfen können, ob der ihnen verschriebene Wirkstoff auf der Priscus-Liste als riskant oder gar als ungeeignet eingestuft wird. Gegliedert nach Krankheitsbildern finden ältere Menschen, deren Angehörige und Pflegende allgemeinverständliche Hinweise, welche Therapie sich alternativ anbietet.

Ältere Patienten, die häufig an mehreren Erkrankungen gleichzeitig leiden, eventuell Ärzte verschiedener Fachrichtungen aufsuchen und auf verschiedene Medikamente angewiesen sind, sollten vor allem aber auf eines achten: Der Hausarzt muss alle Fäden in der Hand halten und einen Überblick über alle verwendeten Medikamente haben. Denn der Hausarzt ist am ehesten in der Lage, die individuelle Einschätzung von Wechselwirkungen vorzunehmen, weil er nicht nur das Alter, die Beschwerden und Krankengeschichte seiner Patienten kennt, sondern vor allem auch deren Persönlichkeit.

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