Beim Sitzen im Freien warmhalten

Verkühlte Blase fängt sich leicht Infektion ein

Bonn, 20.03.14 Wenn die Frühlingssonne lockt, zieht es die Sonnenhungrigen nach draußen: ins Straßencafé, auf Treppenstufen oder auf die Wiese im Park. Doch wer allzu lange auf kaltem Untergrund sitzt, verkühlt sich leicht den Unterleib und riskiert eine Blasenentzündung. Das ist nicht nur schmerzhaft – auf Dauer kann es auch zur Blasenschwäche führen.

Wer einmal zu lange auf kalten Steinen sitzt, bekommt nicht automatisch eine Blasenentzündung. Allerdings ist ein verkühlter Unterleib schlechter durchblutet und dadurch in seinen Abwehrkräften geschwächt. Keime können leichter in Harnröhre und Blase eindringen und sich dort vermehren. Ein ständiger Harndrang und starke Schmerzen beim Wasserlassen sind die Folgen. Eine Blaseninfektion sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern sofort behandeln. Andernfalls können sich die Keime bis in die Nieren ausbreiten und beispielsweise eine Nierenbeckenentzündung auslösen. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich die Bakterien in der Blaseninnenwand festsetzen und diese chronisch reizen. In der Folge kann es zur Dranginkontinenz kommen, bei der das Meldesystem zwischen Blase und Gehirn durcheinandergeraten ist: Körpereigene Messfühler signalisieren dem Gehirn „Blase voll", auch wenn diese nur wenig gefüllt ist. Der Harndrang setzt dann so plötzlich ein, dass bereits auf dem Weg zur Toilette ein paar Tropfen verloren gehen können.

Behandeln ist wichtig, Vorbeugen ist besser

Am besten ist es, einer Blasenentzündung von vornherein vorzubeugen. Dazu gehört es, die Füße und den Unterleib warm zu halten, viel zu trinken, das Immunsystem zu stärken und auf eine gute Körperhygiene zu achten. Wer sich dennoch eine Infektion einfängt, sollte viel trinken, um die Keime möglichst schnell aus den Harnwegen auszuspülen. Gut geeignet sind Blasen- und Nierentees, die harntreibend, antibakteriell und entzündungshemmend wirken. Gegen die Schmerzen hilft eine Wärmflasche auf dem Unterleib. Lassen die Beschwerden innerhalb eines Tages nicht nach, ist in der Regel ein Antibiotikum notwendig.

Die Symptome der Dranginkontinenz können spezielle Medikamente lindern: Sie lockern die dauerhaft angespannte Blasenmuskulatur, vergrößern die Aufnahmekapazität der Blase und verbessern auf diese Weise die Kontrolle der Blasenfunktion. Sehr hilfreich ist außerdem ein so genanntes Toilettentraining, bei dem der Betroffene übt, die Abstände zwischen den Toilettengängen allmählich zu verlängern.

Zahlreiche weitere Tipps zur Vorbeugung einer Blasenentzündung hat die Deutsche Seniorenliga im Internet unter der Adresse www.dsl-blasenschwaeche.de/tipps.php zusammengestellt. Ausführliche Informationen zu den Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten der verschiedenen Formen der Harninkontinenz enthält die Broschüre „Blasenschwäche ist kein Schicksal". Der Ratgeber kann kostenfrei bei der Deutschen Seniorenliga bestellt werden: DSL e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn; www.dsl-blasenschwaeche.de; Bestell-Hotline 01805 – 001 905 (0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise abweichend).