„Besser gesehen werden“ ist das A und O

Ältere Fußgänger im Straßenverkehr – Gewinner im Ideenwettbewerb „Zu Fuß? Aber sicher!“

Bonn, 22.11.2013 Der von der Deutschen Seniorenliga DSL und der Unfallforschung der Versicherer UDV ins Leben gerufene Ideenwettbewerb „Zu Fuß? Aber sicher!" ist entschieden. Die sechsköpfige Expertenjury hatte aufgrund der Vielzahl innovativer und origineller Beiträge keine einfache Aufgabe. Trotzdem hat sich die Jury einstimmig für drei Top-Ideen entschieden. Die Idee der kostenlosen Abgabe von Reflexmaterial sowie zwei Schulungsmaßnahmen erfüllten die Auswahlkriterien Innovationsgrad, Umsetzbarkeit und Lebensnähe in ganz besonderem Maße.

„Besser gesehen werden mit Reflexmaterial"

Dem gekürten Beitrag von Ellen Haase liegt die Idee zugrunde, kostenloses Reflexmaterial an Senioren abzugeben, um deren Kleidung, aber auch Rollatoren oder Einkaufstrolleys „nachrüsten" zu können. „Eine sehr praktische und lebensnahe Idee, die durch die Gratis-Abgabe eine zusätzliche interessante Komponente erfährt", so das Votum der Jury.

„Früh übt sich"

Ein weiterer Preis geht an Marlon Roßknecht für seine Idee, das Gefahrenpotenzial, dem Senioren im Straßenverkehr ausgesetzt sind, als Thema in die Vorbereitungen zur Führerscheinprüfung aufzunehmen. Aus Sicht der Jury „eine Investition in die Zukunft".

„Ausbildung von Verkehrsingenieuren verbessern"

Lothar Lemke überzeugte die Jury mit dem Vorschlag, die Ausbildung von Verkehrsingenieuren und Stadtplanern zu verbessern. Laut Jury „lenkt er den Blick auf einen Punkt, der sonst nicht so viel Beachtung findet!"

Das im Straßenverkehr stetig steigende Gefahrenpotenzial für Ältere erfordert zwingend neue Anforderungen an die Stadt- und Verkehrspolitik, an die Verkehrsplanung und an die Verkehrssicherheitsarbeit, ist Siegfried Brockmann, Leiter der UDV, überzeugt. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO* sind Ursache der Unfälle nicht vorrangig körperliche Einschränkungen oder Fehlverhalten der Betroffenen, sondern in erster Linie die „mangelnde Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse älterer Fußgänger im Straßenverkehr" von Seiten städtischer Verkehrspolitik. Das zeigt auch die enorme Resonanz auf den Ideenwettbewerb bei älteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern. „Nie zuvor bei einem unserer Ideenwettbewerbe kamen so viele Vorschläge aus den Reihen der Betroffenen", resümiert Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Seniorenliga. „An den Vorschlägen und Projektbeschreibungen erkennt man, mit welch immensem Erfahrungswissen und Engagement zu Werke gegangen wurde", so Brockmann.

* WHO Bericht zur Straßenverkehrssicherheitswoche 2013