Wenn das Hörgerät nicht mehr ausreicht

Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit

Bonn, 30.10.2013 Bei hochgradiger Schwerhörigkeit oder vollständiger Ertaubung reicht ein Hörgerät meist nicht mehr aus. In diesen Fällen ist der Einsatz von speziellen elektronischen Innenohrprothesen, sogenannten Cochlea-Implantaten, eine erfolgversprechende Therapieoption. Die Deutsche Seniorenliga informiert mit der kostenlosen Broschüre „Schwerhörigkeit – 10 Fragen, 10 Antworten" über Ursachen und Folgen von leichten Hörminderungen bis hin zur Gehörlosigkeit und stellt moderne Lösungen zum Ausgleich des Hörverlustes vor.

„Für Betroffene, die unter einer sehr ausgeprägten oder sogar an Gehörlosigkeit grenzenden Beeinträchtigung ihres Hörvermögens leiden, ist der Einsatz eines Hörimplantats der beste Weg aus der Kommunikationslosigkeit", erläutert Professor Arneborg Ernst, Direktor der HNO-Klinik am Unfallkrankenhaus Berlin. Bei schweren Hörschäden oder gar vollständiger Ertaubung helfen selbst leistungsstarke Hörgeräte nicht mehr. Das liegt nicht daran, dass die Hörgeräte die Geräusche nicht ausreichend verstärken – die Lautstärke spielt keine Rolle: Denn rund 98 Prozent aller Gehörlosen, bzw. Ertaubten haben ihr Gehör verloren als Folge einer Zerstörung der Haar-Sinneszellen in der Cochlea, der Hörschnecke im Innenohr. Die Sinneszellen nehmen mit ihren feinen Härchen den Schall auf, der vom äußeren Ohr über das Mittelohr in das Innenohr übertragen wird. Sie geben den Schall in Form von elektrischen Impulsen an den Hörnerv weiter. Sind die Haarzellen zerstört, kann der Betroffene nicht mehr hören. Ein Cochlea-Implantat umgeht die zerstörten oder fehlenden Haarzellen und stimuliert direkt den Hörnerv. „Damit ist das Cochlea-Implantat die einzige medizinische Technologie, die einen menschlichen Sinn teilweise wiederherstellen bzw. ersetzen kann", so Professor Ernst: „Wer also trotz Hörgerät immer schlechter hört, sollte seinen HNO-Arzt um eine Überweisung an ein Cochlea-Implantat-Zentrum bitten." Die Kosten für die notwendigen Untersuchungen sowie die Versorgung mit einem Hörimplantat werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen.

Die Broschüre „Schwerhörigkeit – 10 Fragen, 10 Antworten" kann kostenlos bei der Deutschen Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn bestellt werden. Internet: www.dsl-hoeren.de