Familienpflegezeit bringt Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Familienfreundlichkeit in vielen Unternehmen fest verankert

Bonn, 16.10.2013 Das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat in der deutschen Wirtschaft einen hohen Stellenwert. Das ist ein zentrales Ergebnis des Unternehmensmonitors Familienfreundlichkeit 2013, den das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstellt hat. Obwohl bereits heute rund 80 Prozent der Unternehmen dem Thema eine hohe Bedeutung zumessen, gehen knapp drei Viertel der Befragten davon aus, dass die Balance von Arbeit und Privatleben künftig sogar noch wichtiger wird – nicht zuletzt wegen des zunehmenden Wettbewerbs um die besten Köpfe.

Zunehmend wichtiger wird auch die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Ein plötzlich auftretender Pflegefall in der Familie etwa kann dazu führen, dass jemand seine Stundenzahl reduzieren möchte, aber nicht in diesem Umfang auf sein Gehalt verzichten kann. Eine solche Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wird durch die 2012 eingeführte Familienpflegezeit unterstützt. Mit der Familienpflegezeit können Beschäftigte bei Aufstockung ihres Gehalts die Arbeitszeit für bis zu zwei Jahre reduzieren. So können sie Pflege und Beruf besser miteinander vereinbaren und die Arbeitgeber behalten ihre qualifizierten und eingearbeiteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

„Wir freuen uns, dass das Bewusstsein für eine familienfreundliche Personalpolitik in den Unternehmen bereits etabliert ist", so Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga: „Mittlerweile muss das Augenmerk aber auch auf eine stärkere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf gerichtet werden. Dies gelingt mit der Familienpflegezeit. Von der Familienpflegezeit profitieren alle – Arbeitgeber, Beschäftigte und vor allem diejenigen, die Pflege benötigen."

Die Broschüre „Familienpflegezeit" beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema und gibt wertvolle Tipps zur Entlastung pflegender Angehöriger. Gefördert wird der kostenlose Ratgeber der Seniorenliga vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Postalische Bestellung bei der Deutschen Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. Bestell-Hotline: 01805 – 001 905 (0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise max. 0,42 Euro/Min). www.deutsche-seniorenliga.de/infomaterial.html

Hintergrund

Seit dem 1. Januar 2012 können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch Verkürzung ihrer wöchentlichen Arbeitszeit auf maximal 15 Stunden eine Familienpflegezeit für die Dauer von maximal zwei Jahren in Anspruch nehmen. Das Modell gibt Angehörigen von pflegebedürftigen Menschen die Möglichkeit, Pflege und Beruf miteinander zu vereinbaren. Die Einbußen beim Gehalt werden über eine Lohnaufstockung aufgefangen. Die Familienpflegezeit sichert auch den Erhalt der Rentenansprüche: Beitragszahlungen in der Familienpflegezeit sowie die Leistungen der Pflegeversicherung zur gesetzlichen Rente erhalten den Rentenanspruch.