Todesrisiko älterer Fußgänger deutlich höher!

Seniorengerechte Verkehrsplanung

Bonn, 07.10.13 Die Zahl der Verkehrstoten sinkt seit Jahrzehnten. Gleiches gilt auch für die weitaus größere Zahl der im Straßenverkehr verletzten Personen. Der insgesamt positive Trend wird aber von einem besonders negativen Aspekt überschattet: Ältere Personen, die sich zu Fuß im Straßenverkehr bewegen, sind überproportional häufig unter den Unfallopfern zu finden. Das Risiko eines tödlichen Unfalls ist bei einem über 65jährigen deutlich höher als bei einem 25- bis 64jährigen Fußgänger.* Schon heute ist fast die Hälfte der tödlich verunglückten Fußgänger auf deutschen Straßen älter als 65 Jahre.

„Wenn diese Zahlen im Zuge des demografischen Wandels nicht noch weiter steigen sollen, muss dringend etwas geschehen", meint Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga: „Das im Straßenverkehr stetig steigende Gefahrenpotential für Ältere erfordert zwingend neue Anforderungen an die Stadt- und Verkehrspolitik, an die Verkehrsplanung und an die Verkehrssicherheitsarbeit!" Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO** findet klare Worte: Ursache der Unfälle sind nicht vorrangig körperliche Einschränkungen oder Fehlverhalten der Betroffenen, sondern in erster Linie die „mangelnde Aufmerksamkeit für deren Bedürfnisse" von Seiten städtischer Verkehrspolitik.

Der Ideenwettbewerb „Zu Fuß? Aber sicher!" bringt den dringenden Handlungsbedarf zum Ausdruck: Mit dem Wettbewerb möchten die Unfallforschung der Versicherer UDV gemeinsam mit der Deutschen Seniorenliga vor allem ältere Menschen einladen, auf Basis ihrer persönlichen Erfahrungen Beiträge zur Erhöhung der Verkehrssicherheit einzureichen. Die seniorengerechte Verkehrsplanung zieht sich bei den bisher eingerechten Ideen wie ein roter Faden durch die Vorschlagsliste. So regt ein Teilnehmer an, die zuständigen Ministerien und Hochschulen sollten sich mit dem Gedanken befassen, bei der Ausbildung von Verkehrsingenieuren, Stadtplanern und ähnlichen Berufen einen zusätzlichen Schwerpunkt „Fußgängerverkehr für ältere und behinderte Menschen" zu schaffen. Aber auch ganz pragmatische Lösungsvorschläge werden eingereicht. Diese reichen von sicheren Anlagen zur Querung der Fahrbahn mit abgesenkten Bordsteinen über Reflexmaterial für Rollatoren und Gehhilfen bis hin zu fluoreszierende Kleidung.

Noch bis zum 31. Oktober 2013 kann sich jeder ab 18 Jahren unter der Internetadresse www.zu-fuss-aber-sicher.de mit einer Idee am Wettbewerb und der Aussicht auf attraktive Preise beteiligen. Neben innovativen Anregungen ist auch der Meinungsaustausch möglich. Kommentare und Bewertungen zu Vorschlägen anderer Teilnehmer sind ebenso erwünscht wie die Mitteilung, ob die eine oder andere Idee auch tatsächlich umsetzbar wäre.

* Emsbach, 1999
** WHO Bericht zur Straßenverkehrssicherheitswoche 2013