Smartphones bei älteren Menschen immer beliebter

Produktinformationen oft völlig unzureichend

Bonn/Berlin, 03.09.2013 Die Verbreitung von Smartphones nimmt insbesondere bei Menschen jenseits der 50 immer weiter zu. Einer aktuellen Umfrage im Auftrag der Bitkom* zufolge steigen die Älteren derzeit gezielt auf internetfähige Geräte um: In der Altersklasse der
50 bis 64-Jährigen ist der Anteil der Smartphone-Besitzer allein in den vergangenen sechs Monaten um die Hälfte gestiegen – von 26 auf
39 Prozent. Senioren kaufen insbesondere Geräte, deren berührungsempfindlicher Bildschirm leicht bedienbar und mit hoher Auflösung auch gut lesbar ist.

„Smartphones werden bei älteren Menschen aus gutem Grund immer beliebter", beobachtet Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga in Bonn. Die Funktionalität dieser Geräte ist vergleichsweise einfach, so dass auch unerfahrene Nutzer leicht damit zurechtkommen. Wichtigster Vorteil: Auf dem kontraststarken Bildschirm lassen sich trotz Weitsichtigkeit die Symbole zu den einzelnen Funktionen gut lesen und bedienen. All dies erleichtert auch einen „späten" Einstieg für diejenigen, die sich bisher nicht an Handys herantrauten.

Die Entscheidung für ein Smartphone wird durch die Hersteller eher erschwert. Dies bestätigt ein aktuelles Umfrageergebnis**, demzufolge es für potenzielle Käuferinnen und Käufer über 50 Jahren an überzeugenden Produktinformationen fehlt. Stattdessen würden aufwendige Imagekampagnen durchgeführt, die für die Kaufentscheidung der Älteren letztlich wenig bis gar nicht hilfreich sind. Dabei liegen die Wünsche der Über-50-Jährigen auf der Hand: Gute Lesbarkeit bei hoher Auflösung und ein einfacher Zugang zum Internet, das auch in dieser Altersgruppe immer wichtiger wird. So wurde das Interesse an Internet-Angeboten wie die „Routenplanung" und „Unterwegs Sachen nachschlagen" von den Befragten besonders häufig genannt.

„Die Hersteller sollten also im eigenen Interesse wesentliche Produktinformationen und Vorteile deutlicher kommunizieren", so Hackler: „Ein großes Potenzial interessierter und kaufkräftiger Best-Ager liegt bisher schlichtweg brach!" Über die Entscheidung, welches Smartphone das geeignete ist, könne momentan nur eine individuelle Beratung im Fachgeschäft Aufschluss geben: „Dabei muss das Gerät einfach ausprobiert werden!"

* www.bitkom.de ** Jan Erik Göllnitz, Möglichkeiten und Grenzen eines effektiven zielgruppenspezifischen Marketings