„Entschleunigung“ trägt zur Darmberuhigung bei

Ein Reizdarm vermindert die Lebensqualität deutlich

Bonn, 29.05.13 Durchfall, Krämpfe, Blähungen und Verstopfung sind typische, sich abwechselnde Symptome: Der sogenannte Reizdarm gehört zu den häufigsten Funktionsstörungen des Verdauungstraktes. Aktuellen Schätzungen zufolge sind allein in Deutschland bis zu 8 Millionen Menschen, insbesondere Frauen, hiervon betroffen. Trotz gründlicher ärztlicher Untersuchungen lassen sich in den meisten Fällen keine körperlichen Ursachen finden. Deshalb wurde der Reizdarm früher als psychisch bedingt angesehen.

Mittlerweile weiß man, dass viele Faktoren an seiner Entstehung beteiligt sein können. Als Ursache kommt ein besonders empfindlicher Darm ebenso in Betracht wie eine Störung der Darmbewegungen. Der Darm reagiert oft mit schmerzhaften Luftansammlungen, die zum typischen Blähbauch führen. Viele Betroffene entwickeln einen Reizdarm nach einer akuten Magen-Darm-Infektion. Schließlich kann psychischer Stress die Beschwerden auslösen oder verstärken.

"Das Reizdarm-Syndrom kann die Lebensqualität erheblich einschränken", erläutert Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga. Betroffene mit hohem Leidensdruck sollten zur Abklärung der Ursache auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Die meisten leben mit weitaus erträglicheren Symptomen, die nur hin und wieder auftreten, zumeist aber chronisch sind. Bei leichten Beschwerden hat es jeder selbst in der Hand, diese mit einer gesunden Lebensführung zu lindern. "Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und schließlich eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr tragen dazu bei, die Darmfunktion wieder nachhaltig zu normalisieren", so Hackler. Ursache können auch innere Spannungen sein. Deshalb ist alles, was zum Stressabbau und damit zur Entkrampfung führt, sinnvoll. "Das Thema 'Entschleunigung', heißt Tempo aus dem Alltag nehmen, ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Aspekt", so Hackler. Auch aktive Entspannungsmethoden wie Autogenes Training oder Yoga helfen dabei, zur Ruhe zu kommen.

Die kostenlose Broschüre "Aktiv für Ihre Darmgesundheit" gibt einen Überblick über Ursachen sowie Therapiemöglichkeiten von Darmerkrankungen im Alter und enthält wichtige Tipps zur Vorbeugung. Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga, Heilsbachstrasse 32, 53123 Bonn. Hotline 01805 - 001 905 (0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise max. 0,42 Euro/Min). Im Rahmen der Initiative bietet die Website www.dsl-darmgesundheit.de weiterführende Informationen im Internet. Denn je mehr jeder über Darmgesundheit und die Möglichkeiten der Vorsorge weiß, umso besser kann er aktiv einen Beitrag zur Erhaltung seiner Darmgesundheit leisten.

Maßnahmen, die beim Reizdarm helfen:

• Unverträgliche Nahrungsmittel ermitteln und meiden.
• Psychische Belastung vermeiden.
• Ausreichend Flüssigkeit zuführen und ausgewogen ernähren.
• Körperliche Bewegung in den Tagesablauf einbauen.
• Entspannungsübungen durchführen.