Beim Heimwerken auf Gehörschutz achten

Lieber Ohrstöpsel tragen

Bonn, 04.11.2011 Laute Kopfhörer, Verkehrs- und Alltagslärm sowie ein hoher Lärmpegel in vielen Jobs. Unsere Ohren stehen unter Dauerstress und das hat Folgen: Allein in Deutschland hören 15 Millionen Menschen schlecht – Tendenz steigend.

„Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland hört so schlecht, dass er ein Hörgerät braucht“, sagt Professor Dr. med. Arneborg Ernst, Direktor der HNO-Klinik am Unfallkrankenhaus Berlin. Und es sind nicht nur ältere, sondern auch immer mehr jüngere Menschen betroffen. Die Deutsche Seniorenliga informiert mit der Broschüre „Schon gehört? Wege aus der Altersschwerhörigkeit“ über Ursachen, Folgen und Diagnose der Schwerhörigkeit sowie moderne Hör- und Kommunikationssysteme.

Ohren sind sehr empfindlich und komplex. Das Innenohr enthält tausende winziger Zellen, die Schall verarbeiten und Informationen an das Gehirn senden. Hohe Schallpegel können einige dieser Zellen für immer nachhaltig beschädigen. Wenn das passiert, kann man es meist nicht mehr rückgängig machen.  Lärm wirkt sich darüber hinaus längerfristig nicht nur auf das Gehör, sondern auf den gesamten Organismus aus. „Er führt zu einer erhöhten Ausschüttung von Stresshormonen im Körper, die erhöhte Blutdruck- und Blutfettwerte nach sich ziehen können“, erläutert Professor Ernst.

Allerdings gibt es bei der durch Lärm verursachten Schwerhörigkeit einfache Vorsorgemaßnahmen. Um Schwerhörigkeit vorzubeugen, muss man sich konsequent gegen Lärm schützen. Professor Ernst rät, sich bei ständiger Lärmbelastung zur Erholung des Gehörs regelmäßig an einen ruhigen Ort zurückzuziehen und Musik grundsätzlich nicht laut zu hören: „An sehr lauten Orten, aber auch bei nur erhöhtem, jedoch lang anhaltendem, Lärmpegel, sollte das Tragen von Ohrstöpseln Pflicht sein“. Gerade im privaten Bereich, auf der heimischen Baustelle oder im  Heimwerkerkeller, sollte immer auch an Gehörschutz gedacht werden, denn der Lärm durch Bohrmaschinen, Schleifgeräte und Fräsen wird gerade von Heimwerkern häufig unterschätzt. Neben Ohrstöpseln gibt es auch die Möglichkeit des sogenannten Kapselgehörschutzes, umgangssprachlich auch als „Mickey Mouse“ bekannt. Welche Variante des Gehörschutzes man selbst als angenehm und welche als unbequem empfindet, muss jeder für sich selbst herausfinden. Auf den Schutz verzichten sollte aber niemand, auch wenn das Tragen des Gehörschutzes zunächst ungewohnt erscheint.

Kommt es dennoch zur Schwerhörigkeit, beginnt diese meist schleichend und wird zunächst gar nicht wahrgenommen oder bewusst ignoriert. Professor Ernst rät, schon bei den ersten Anzeichen einen Hörtest zu machen oder zum Arzt zu gehen: „Umso einfacher und effektiver kann ein eventueller Hörverlust ausgeglichen werden.“

Die kostenlose Broschüre „Schon gehört? Wege aus der Altersschwerhörigkeit“ informiert über Symptome und Folgen der Schwerhörigkeit und zeigt Möglichkeiten auf, wie der Hörverlust ausgeglichen werden kann. Sie beschreibt umfassend die Möglichkeiten technischer Hörhilfen; eine Liste aller Krankenhäuser, die Hörimplantate implantieren, ist ebenfalls beigefügt. Die Broschüre kann man hier als PDF-Datei bestellen.