Oma ist bei Facebook

Senioren entdecken soziale Netzwerke für sich

Bonn, 20.09.2011 Die neueste ARD/ZDF-Onlinestudie zeigt, dass immer mehr Senioren online sind. Die Generation 50 plus ist mittlerweile zu 47 Prozent im Netz unterwegs. 2010 waren es noch 43 Prozent.

Dieser Anstieg ist vor allem auf den Zuwachs bei den über 60-Jährigen zurückzuführen. Deren Anteil liegt inzwischen bei 34,5 Prozent gegenüber 28,2 Prozent 2010. Die Silver Surfer nutzen das Internet dabei ganz zielgerichtet und entdecken dort immer mehr die Möglichkeit, sich mit Freunden, Familienmitgliedern und Gleichgesinnten auszutauschen. Die Deutsche Seniorenliga zeigt in der Broschüre „6 gute Gründe für das Internet“, wie man sich leicht und vor allem sicher in sozialen Netzwerken und Communities bewegt.

In sozialen Netzwerken wie Facebook, stayfriends oder wer-kennt-wen.de sind die Senioren noch Exoten. Andererseits wuchs im Netz keine Altersgruppe schneller als die der Senioren. Von ihnen sind aktuell zwar nur vier Prozent regelmäßig in einem sozialen Online-Netzwerk unterwegs. Aber immerhin: 2008 waren es nur zwei Prozent. Die Nutzerzahlen haben sich in dieser Altersgruppe also verdoppelt. Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga, kann das zunehmende Interesse gut nachvollziehen. „Senioren haben oftmals kaum noch eine andere Chance: Wenn sie mit ihren Kindern oder Enkeln in Kontakt bleiben wollen, dann müssen sie auch diese Medien nutzen." Hackler begründet diese neuen Entwicklungen mit der steigenden sozialen Mobilität der jungen Generationen. Immer öfter wohnen Kinder und Enkel nicht mehr ihr ganzes Leben fest an einem Ort.

Spezielle Senioren-Netzwerke sind für ältere User eher unattraktiv. "Solche Plattformen sind für Senioren genauso attraktiv wie der Seniorenteller", so Hackler. Viel wichtiger sei den Älteren bei der Wahl der Portale der Sicherheitsaspekt. Dabei stellt der Schutz der Privatsphäre insbesondere Mitglieder sozialer Netzwerke vor große Herausforderungen.

Schließlich dienen die Dienste gerade dazu, sich zu präsentieren, auszutauschen oder gefunden zu werden. Anderseits gilt es zu verhindern, dass persönliche Angaben in falsche Hände geraten. Grundsätzlich gilt deshalb: Je zurückhaltender Anwender mit persönlichen Daten oder Fotos umgehen, desto sicherer ist der Weg durch die Netzwerke.

Neben dem pfleglichen Umgang mit eigenen Daten empfiehlt sich auch ein prüfender Blick auf die Aussagen von Netzbekanntschaften. Eine aktuelle Forsa-Studie im Auftrag des Branchenverbandes Bitkom zeigt, dass zwölf Millionen Deutsche Falschangaben im Internet gemacht haben. Entsprechend rät Hackler, mit persönlichen Angaben im Internet immer zurückhaltend und sensibel umzugehen: "Internet-Surfer sollten bewusst entscheiden, wem sie welche Details preisgeben. Man muss nicht jedes weiße Feld ausfüllen."

Die kostenlose Broschüre „6 gute Gründe für das Internet“ erläutert anhand praktischer Beispiele, wie man in verschiedenen Situationen des Alltags vom Internet profitiert, welche Voraussetzungen man benötigt, um im Internet zu surfen und welche Regeln es im Interesse der Sicherheit zu beachten gilt. Die Broschüre enthält zudem eine praktische Checkliste, die zur Vorbereitung auf ein Beratungsgespräch beim Internetanbieter dient. Sie vermittelt einen ersten Eindruck, welcher Zugang und welcher Vertrag geeignet sein könnten. Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn. Bestell-Hotline: 01805 – 001 905 (0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise abweichend). Weiterführende Informationen auch unter www.dsl-internetratgeber.de

*Quelle: ARD/ZDF-Onlinestudie vom 12.08.2011