Die Babyboomer-Generation geht in Rente!

Workshop der Seniorenliga auf dem „WDA-Forum“ in St. Gallen

Bonn, 29.07.2011 Wenn die geburtenstarken Jahrgänge in den kommenden Jahren in Rente gehen, wird dies nicht nur für das staatliche Rentensystem eine große Herausforderung sein.

„Die aus dem Berufsleben scheidenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen in eine für sie völlig ungewohnte Lebensphase, die es mit seinen gravierenden Veränderungen zu bewältigen gilt“, erläutert Erhard Hackler, geschäftsführender der Seniorenliga, die Situation: „Internationale Studien belegen, dass zwei Drittel der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer den Ruhestand positiv erleben, ein Drittel jedoch Schwierigkeiten beim Übergang in den Ruhestand hat. Oft zitiert wird in diesem Zusammenhang der drohende Pensionsschock.“

Um diesen zu verhindern, sollten nach Ansicht des Psychologen Dr. Uwe Kleinemas, Alternsforscher an der Universität Bonn, auch die Unternehmen in die Pflicht genommen werden. „Moderne Unternehmen haben eine Unternehmenskultur für die Einstellung neuer Mitarbeiter entwickelt. Standardisierte Abläufe sichern die Begleitung. Beim Ausscheiden aus dem Arbeitsleben jedoch werden Mitarbeiter in der Regel allein gelassen. Ihnen wird bestenfalls gedankt für erbrachte Leistungen und alles Gute für den Ruhestand gewünscht“, meint Kleinemas und fordert mehr Engagement: „In Deutschland haben sich in den letzten Jahren Kurse zur Vorbereitung auf den Ruhestand etabliert. Sie ermöglichen auch für die Zeit nach dem Berufsleben, Perspektiven und Ideen zu entwickeln.“ Es hat sich gezeigt, dass auf den Ruhestand vorbereitete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit mehr Motivation bis zum letzten Arbeitstag ihre Aufgaben bewältigen, mit mehr Klarheit und Leichtigkeit in den Ruhestand gehen und aktiver und zufriedener ihren Ruhestand erleben. „Aber auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gilt das Motto: Vorbereitung ist alles!“, appelliert Kleinemas: „Jeder sollte sich frühzeitig Perspektiven schaffen, wie Lebensaufgaben und Ziele nach dem Arbeitsleben aussehen können.“ Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung oder einer sinnvollen Freizeitgestaltung sind in solche Überlegungen ebenso mit einzubeziehen wie persönliche Potenziale im sozialen, kulturellen oder kreativen Bereich.

Die kostenlose Broschüre „Mitten im Leben - auch nach dem Beruf“ enthält wichtige Tipps zum bewussten und aktiven Ausstieg aus dem Erwerbsleben. Der Ratgeber kann hier als PDF-Datei bestellt werden.

Hintergrund

Mit den Problemen der globalen Bevölkerungsentwicklung befasst sich vom 29. August bis zum 02. September in St. Gallen der 7. Weltkongress für Alters- und Generationenfragen. 400 Experten diskutieren Fragen zur unterschiedlichen Situation in den entwickelten und den Entwicklungsländern. Die Deutsche Seniorenliga beschäftigt sich in einem Workshop mit dem Thema Ruhestand.