Senioren mit Blasenschwäche stürzen häufiger

Ältere Menschen, die aufgrund einer Blasenschwäche nachts häufig aufstehen müssen, tragen nachweislich ein erhöhtes Risiko zu stürzen1. Dabei kommt es im schlimmsten Fall zu Knochenbrüchen, von denen sich die Betroffenen oft nur schwer erholen. Ein Grund mehr, Blasenschwäche ernst zu nehmen und angemessen behandeln zu lassen.

„Wenn ältere Menschen nachts häufig aufstehen müssen, liegt das zumeist an einer überaktiven Blase“, weiß Professor Dr. Ingo Füsgen, Altersmediziner vom St. Elisabeth-Krankenhaus in Velbert. Typisch für diese Form der Blasenschwäche ist ein plötzlich einsetzender Harndrang, der kaum aufzuhalten ist und dazu zwingt, so schnell wie möglich die Toilette zu erreichen. „Es kommt immer wieder vor, dass Senioren dabei stolpern oder sogar kollabieren und stürzen.“ Das bestätigt eine aktuelle Untersuchung, nach der sich rund 30 Prozent der Patienten mit Hüftfrakturen ihre Verletzung auf dem nächtlichen Weg zur Toilette zugezogen haben2.

Ein Sturz kann für ältere Menschen das Ende der Selbstständigkeit bedeuten. Probleme beim Gehen, Schmerzen und die Angst erneut zu fallen führen dazu, dass sich viele Betroffene aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen und im Alltag zunehmend auf Hilfe angewiesen sind. „Häufig geben wiederholte Stürze den Ausschlag bei der Entscheidung, ob ein alter Mensch in ein Pflegeheim überwiesen werden soll“, erklärt Erhard Hackler, Vorstand der Deutschen Seniorenliga. „Aus diesem Grund sollte eine Blasenschwäche auch im höheren Alter unbedingt behandelt werden.“ Gute Erfolge lassen sich oftmals mit einer Kombination aus Entspannungsübungen, Blasentraining und Medikamenten gegen die dauerhafte Anspannung des Blasenmuskels erzielen.

Mit einer Broschüre zur Blasenschwäche möchte die Deutsche Seniorenliga Betroffene ermutigen, ihr Problem anzugehen und einen Arzt aufzusuchen. Der Ratgeber „Blasenschwäche ist kein Schicksal“ informiert über die verschiedenen Formen der Blasenschwäche, stellt Diagnosemethoden sowie medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapieansätze vor und zeigt Möglichkeiten zur Vorbeugung auf. Er ist kostenlos und kann auf dem Postweg oder im Internet angefordert werden: Deutsche Seniorenliga e.V. (DSL), Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn; www.dsl-blasenschwaeche.de.

Quellen:

1Chiarelli et al, Urinary incontinence is associated with an increase in falls: a systematic review, Aust J Physiother. 2009; 55 (2): 89-95.

2Professor Vik Khullar, London, beim Kongress der Europäischen Vereinigung für Urologie (EAU) 2011 in Wien.