Altersschwerhörigkeit möglichst früh behandeln

Hörgeräte und Hörimplantate gleichen den Hörverlust aus

Bonn, 31.03.2011 Jeder dritte Deutsche über 60 hat Hörprobleme. Wer also „in den besten Jahren“ ist und feststellt, dass das Hörvermögen langsam nachlässt, muss sich nicht schämen; er ist nicht allein. Schwerhörigkeit ist weiter verbreitet als Kurz- oder Weitsichtigkeit. Während die Brille mittlerweile auch als modisches Accessoire akzeptiert ist, tragen von insgesamt 16 Millionen Betroffenen nur zwei Millionen ein Hörgerät.

Im modernen Kommunikationszeitalter ist jedoch die Fähigkeit, gut hören zu können, eine notwendige Voraussetzung, um sich in unserer Gesellschaft zu behaupten und auch im privaten Umfeld aktiv teilzunehmen. Die Deutsche Seniorenliga informiert mit der Broschüre „Schon gehört? Wege aus der Altersschwerhörigkeit“ über Ursachen, Folgen und Diagnose der Schwerhörigkeit sowie moderne Hör- und Kommunikationssysteme.

Ob leichter oder schwerer Hörverlust: Wer nichts gegen seine Hörprobleme unternimmt, verzichtet auf ein hohes Maß an Lebensqualität und wird mit der Zeit immer schlechter hören. Denn das Gehirn ist maßgeblich am Hörvorgang beteiligt und „verlernt“ das Hören nach und nach, wenn es nicht trainiert wird. „Eine in diesen Fällen notwendige Therapie ist nicht nur deswegen wichtig, weil sie dazu beiträgt, soziale Kontakte aufrecht zu erhalten. Sie verhindert auch eine Verschlimmerung des medizinischen Problems: Denn nicht selten wird eine herkömmliche - im Innenohr angesiedelte - Altersschwerhörigkeit ohne Therapie von einer zusätzlichen zentralen Schwerhörigkeit überlagert, bei der dann Nervenzellen im Großhirn degenerieren. Eine frühe Therapie kann das verhindern und damit das Hörvermögen und die damit verbundene Lebensqualität bis ins hohe Alter erhalten“, erläutert Professor Arneborg Ernst, Direktor der HNO-Klinik am Unfallkrankenhaus Berlin.

Deshalb ist es wichtig, schon bei den ersten Anzeichen einen Hörtest zu machen oder zum Arzt zu gehen, rät Professor Ernst: „Umso einfacher und effektiver kann ein eventueller Hörverlust ausgeglichen werden. Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt untersucht dann die Ursache der Schwerhörigkeit und überweist zum Hörgeräte-Akustiker, der das passende Gerät empfiehlt.“ Am häufigsten werden klassische Hörgeräte verordnet, weil sie Patienten mit einfachen Hörverlusten in der Regel gut helfen. Für Betroffene, die unter einer sehr ausgeprägten oder sogar an Taubheit grenzenden Beeinträchtigung ihres Hörvermögens leiden, ist der Einsatz eines Hörimplantats der beste Weg aus der Kommunikationslosigkeit.

Die kostenlose Broschüre „Schon gehört? Wege aus der Altersschwerhörigkeit“ informiert über Symptome und Folgen der Schwerhörigkeit und zeigt Möglichkeiten auf, wie der Hörverlust ausgeglichen werden kann. Sie beschreibt umfassend die Möglichkeiten technischer Hörhilfen; eine Liste aller Krankenhäuser, die Hörimplantate implantieren, ist ebenfalls beigefügt. Bestelladresse: Deutsche Seniorenliga, Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn oder online unter www.dsl-hoeren.de