Auch im Alter Schmerzen nicht hinnehmen

Neue Broschüre informiert über chronische Schmerzen bei Älteren

Bonn, 20.03.12 Jeder zweite ältere Mensch leidet an chronischen Schmerzen. „Das ist eben so, wenn man alt wird“, so ein weit verbreiteter Irrglaube. Doch wer sich mit Schmerzen abfindet, gerät leicht in einen fatalen Teufelskreis aus Angst, Inaktivität und Schmerzverstärkung. Eine neue Broschüre der Deutschen Seniorenliga zeigt Wege aus der Schmerzfalle.

Jeder fünfte bis zehnte Bundesbürger leidet an chronischen Schmerzen; unter den Senioren ist es jeder zweite. Das liegt zum einen daran, dass im Alter das Risiko für schmerzintensive Erkrankungen wie beispielsweise Arthrose oder Nervenleiden steigt. Schuld ist aber auch die Einstellung vieler älterer Menschen zum Schmerz: Sie akzeptieren ihn als Bestandteil des Alterns und informieren ihren Arzt gar nicht oder erst dann, wenn der Schmerz nicht mehr auszuhalten ist. Doch auch diejenigen, die Hilfe suchen, erhalten nicht immer eine angemessene Therapie. Die meisten alten Menschen leiden an mehreren Erkrankungen gleichzeitig, sodass es oftmals schwierig ist, den Hauptauslöser für die Schmerzen auszumachen. Bis die richtige Diagnose gestellt und eine ausreichend wirksame Therapie gefunden ist, vergehen oftmals Monate oder Jahre. Dabei kann eine frühzeitige und zielgerichtete Behandlung verhindern, dass sich der Schmerz verselbstständigt und zu einem eigenen Krankheitsbild entwickelt.

„Wir wollen ältere Menschen ermutigen, frühzeitig gegen ihre Schmerzen vorzugehen“, erklärt Erhard Hackler, Vorstand der Deutschen Seniorenliga. „Die neue Broschüre ‚Chronischer Schmerz im Alter’ soll dabei helfen.“ Der kostenlose Ratgeber beschreibt verschiedene Schmerzformen und erläutert den Unterschied zwischen akuten und chronischen Schmerzen. Ein Schwerpunkt liegt auf altersspezifischen körperlichen Veränderungen, die das Schmerzerleben beeinflussen sowie bei Diagnose und Therapie berücksichtigt werden müssen. Ein weiteres Kapitel widmet sich den verfügbaren Gruppen von Schmerzmitteln sowie nicht-medikamentösen Therapieformen. Dabei erfahren die Leser, warum Bewegung ein so wichtiger Pfeiler der Schmerzbehandlung ist. Ein heraustrennbarer Schmerzfragebogen soll dabei helfen, sich gründlich auf den Arztbesuch vorzubereiten.

Die Broschüre „Chronischer Schmerz im Alter“ kann kostenfrei auf dem Postweg, telefonisch oder im Internet angefordert werden: Deutsche Seniorenliga e.V. (DSL), Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn; www.dsl-chronische-schmerzen.de, Bestell-Hotline 01805 – 001 905 (0,14 Euro/Min aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise abweichend).