Mehr Geld für Demenzkranke

Ab 2013 erhalten Demenzkranke ohne Pflegestufe erstmals Leistungen der Pflegeversicherung. Allerdings zahlt die Pflegekasse nicht automatisch: Es muss ein Antrag gestellt werden.

Durch das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) können Betreuungsbedürftige, die keine Pflegestufe haben, aber eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz, ab 1.1.2013 erstmals Geld- oder Sachleistungen von der Pflegekasse erhalten. Darauf weist die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf hin. Das Pflegegeld in der neuen Pflegestufe 0 beträgt 120 EUR im Monat, die Pflegesachleistung liegt bei 225 EUR. Außerdem können diese Menschen künftig wie alle anderen Pflegebedürftigen bis zu 1.550 EUR im Jahr für eine Ersatzpflege in Anspruch nehmen, wenn die Hauptpflegeperson ausfällt. Müssen sie ihre Wohnung barrierefrei umbauen, zahlt die Pflegekasse bis zu 2.557 EUR als Zuschuss.

Wichtig dabei: Dieses Geld gibt es nicht automatisch. Demenzkranke ohne Pflegestufe müssen einen Antrag bei der Pflegeversicherung stellen, erklärt Ann Marini, Sprecherin des GKV-Spitzenverbandes in Berlin. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) prüfe dann, ob eine erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz vorliegt. Ein Kriterium dafür ist beispielsweise, dass höhere Hirnfunktionen gestört sind, die zu Problemen bei der Alltagsbewältigung führt: Der Betroffene findet zum Beispiel seine Wohnung nicht mehr oder vergisst nach kurzer Zeit Absprachen. Und: Der Antrag sollte möglichst bald bei der Pflegekasse gestellt werden. Denn erst ab Tag des Antragseingangs können bei nachfolgender Feststellung der Pflegebedürftigkeit Leistungen gewährt werden.