Viele Motive – ein Ziel!

Stipendium für Menschen ab 50

Das mit 2.000 Euro dotierte Stipendium weltweit aktiv geht an Dr. Hubert Jall, einen überzeugten und überzeugenden Freiwilligenarbeiter. Herzlichen Glückwunsch! Die Veranstalter – Experiment e.V. und die Deutsche Seniorenliga e.V. – und die Jury zogen eine positive Bilanz der Ausschreibung: Tolle Resonanz und tolle Bewerberinnen und Bewerber!

Die Jury

Die Jury (v. l.): Erhard Hackler (DSL e.V.), Dieter Hackler (BMFSFJ), Bettina Wiedmann (Experiment e.V.), Hartwig Euler (AKLHÜ e.V.)

31.000 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich während des achtwöchigen Bewerbungszeitraums auf der Internetplattform von weltweit aktiv über das Stipendium und die Teilnahmebedingungen zu informieren. Und auch in der Geschäftsstelle von Experiment e.V. stand das Telefon nicht mehr still. "Die Resonanz war absolut überwältigend", freut sich Bettina Wiedmann, Geschäftsführerin von Experiment e.V., die nicht nur von der Quantität, sondern auch der Qualität der Bewerbungen positiv überrascht war. "Das Engagement der Freiwilligen, die sich um das Stipendium beworben haben, ist wirklich enorm. Das und der Wunsch, ihre Erfahrungen bei einem Freiwilligendienst im Ausland einzubringen, hatten alle Bewerber gemeinsam. Hintergrund, Vorgeschichte und Motivation waren hingegen ganz unterschiedlich. Die Vielfalt hat uns gut gefallen." Das kann Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga e.V. und Mitveranstalter, nur unterstreichen. "Es war uns ja darum gegangen, die Leistungen älterer Menschen sichtbar zu machen und mit dem Stipendium zu würdigen. Dieses Ziel haben wir zu 100 Prozent erreicht!"

Aus 35 Bewerbungen musste die Jury einen Gewinner auswählen – keine leichte Aufgabe. Wichtige Kriterien waren die Einstellung zum Programm, Lernbereitschaft, Motivation und das Know How der Bewerberinnen und Bewerber. Und so wurde der Kreis derjenigen, die für das Stipendium in Frage kamen, immer kleiner, bis zum Schluss Dr. Hubert Jall aus München übrig blieb. Der 65-Jährige, der im kommenden Frühjahr in Rente geht, hat sich über den zweiten Bildungsweg vom Lokomotivenschlosser zum Professor für Soziale Arbeit und Pädagogik hochgearbeitet. Schon seit den 1970er Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Fragen der Entwicklungszusammenarbeit und blickt auf zahlreiche Auslandsaufenthalte zurück, während derer er sich im Rahmen von freiwilligen Projekten engagierte. "In all den 33 Jahren als Hochschullehrer waren Themen der Entwicklungshilfe und -politik immer wieder Bestandteil meiner Lehre", so Dr. Jall. Solange es seine Gesundheit zulässt, möchte er sich den Menschenrechten und der sozialen Gerechtigkeit in den Ländern der sogenannten Dritten Welt widmen: "Ich bin der Meinung, dass der größte Teil unseres Wohlstands durch die unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Ausbeutungssysteme entstanden ist und dass es immer wieder notwendig ist, gelegentlich eine freiwillige Rückgabe zu leisten." Bettina Wiedmann möchte nächstes Jahr wieder ein Stipendium für über 50-Jährige ausschreiben: "Unserem Ziel, mehr ältere Menschen für Freiwilligenarbeit im Ausland zu motivieren, sind wir mit der Ausschreibung zu weltweit aktiv wieder ein Stück näher gekommen."