Demografischer Wandel: Entscheiden Senioren künftig Wahlen?

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Robert G. Romasco (AARP), Erhard Hackler (DSL)

Welchen Einfluss hat der weltweite demografische Wandel auf künftige Wahlen? Wird die nächste Bundestagswahl von Seniorinnen und Senioren entschieden? Welche Strategien verfolgen die Parteien? Robert G. Romasco, Präsident der führenden amerikanischen Seniorenorganisation AARP (American Associaton of Retired Persons), und Erhard Hackler, Vorstand der Deutschen Seniorenliga, hatten Ende Mai zu einem Pressegespräch nach Berlin geladen. Sie diskutierten mit den anwesenden Journalisten über altersspezifische politische Interessen und Einstellungen und dadurch bedingtes Wahlverhalten. Immerhin zeigen die Statistiken zur Stimmverteilung bei den letzten Bundestagswahlen, dass ältere Bürger eher konservativ wählen.

Ebenso spannend war in diesem Zusammenhang die Erörterung der Frage, inwieweit sich – die potenziellen Stimmen des zunehmenden Anteils älterer Wähler fest im Blick – Ausrichtung und Schwerpunkte der demokratischen Parteien verändern. Viele Seniorinnen und Senioren wünschen sich, dass ihre Interessen besser vertreten werden. Das belegen zahlreiche Befragungen. Insgesamt, auch das zeigt eine aktuelle Erhebung*, geht es den meisten Älteren jedoch um das Gesamtwohl unserer Gesellschaft. Danach gefragt, was sie von der Bundesregierung erwarten, standen die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die Verringerung der Staatsverschuldung, die Förderung von Familien mit Kindern sowie die Erleichterung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit ganz oben auf der Liste der wichtigsten Aufgaben. Jetzt und in Zukunft, darin war man sich zum Abschluss des Gesprächs einig, wird erfolgreiche Politik das Miteinander der Generationen fördern. Um Wahlen zu gewinnen, braucht es die Solidarität der Generationen.

* Generali Altersstudie 2013 – Wie ältere Menschen leben, denken und sich engagieren.